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Als Tischler unterwegs nach Ghana

Ein Mann arbeit an einer Werkbank mit einem Stück Holz.

Weltweit

Als Tischler unterwegs nach Ghana

Um Gutes zu tun, muss man gar nicht immer Geld spenden. Man kann auch sich selbst spenden – beziehungsweise seine eigenen Fähigkeiten und Ideen! Genau das macht Jannis Stadtmann, der Holztechnik studiert und Tischler ist. Im Rahmen eines Studienprojektes ist er nach Ghana gereist und hat dort Kollegen besucht – und dann in Deutschland ein eigenes Hilfsprojekt gestartet.

Weltweit: Als Tischler unterwegs nach Ghana

COSMO 09.06.2019 05:22 Min. Verfügbar bis 09.06.2020 COSMO

Eigentlich arbeitet Jannis in Lemgo. Für ein Studienprojekt ist der heute 27-Jährige aber vor ein paar Jahren bis nach Ghana gereist. Zusammen mit einigen Kommilitonen hat er in der Stadt Kumasi die dortigen Tischler besucht. Dabei wollten sie herausfinden, welche Unterschiede es zwischen deutschen und ghanaischen Tischlern gibt – und ob sie ihre Kolleginnen und Kollegen in Ghana unterstützen können. So haben sie sich ein System überlegt, um aus Holzabfällen Holzkohle herzustellen und konnten neue Schulbänke designen. Denn manche der Bänke hielten bislang nicht lang genug, berichtet Jannis im "Weltweit"-Interview. Häufig liege das daran, dass nur wenig hochwertige Materialien verfügbar seien.

Ein Mann bearbeitet unter freiem Himmel einen Schrank, während ihm Menschen dabei zusehen.

In Kumasi arbeiten einige der Tischler nicht in kleinen Werkstätten sondern in großen Hallen oder unter freiem Himmel.

Besonders spannend für ihn: Die Unterschiede im Vergleich zu Deutschland. Häufig werde in Kumasi nicht in geschlossenen Werkstätten gearbeitet sondern in großen Hallen und die klimatischen Bedingungen wirken sich stärker aufs Holz aus, als man es aus Deutschland kennt. Viele Materialien, die bei uns als selbstverständlich erachtet würden, seien in Ghana außerdem nur schwer zu bekommen.

Eigenes Spendenprojekt soll Projekte nachhaltig unterstützen

Zwei Männer diskutieren an einer Werkbank in einer Werkstatt.

In Ghana hat Jannis sich bei den Tischlern umgesehen und mitgeholfen.

Jannis hat sich weiter engagiert und sich dann überlegt, ein eigenes Hilfsprojekt auf die Beine zu stellen. Unter dem Namen "Spendenschwein" stellt er Frühstücksbrettchen selbst her und verkauft diese dann online. Ein Teil der Einnahmen geht in die Produktion neuer Brettchen, ein anderer geht direkt an Social-Projekte in Deutschland und im Ausland, beispielsweise auch nach Ghana. Jannis wollte auf diesem Wege etwas Längerfristiges aufbauen, denn auf kurzen Auslandsaufenthalten könne man manchmal gar nicht so viel realisieren oder nachhaltig verändern, findet er. Mit seinem Projekt hofft er, regelmäßig soziale Projekte unterstützen zu können.

Zahlreiche Autos und Fußgänger in einer belebten Straße.

Ein Blick nach Kumasi in Ghana, wo Jannis und seine Kommilitonen unterwegs waren.

Stand: 09.06.2019, 14:06