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Andere Länder, anderes Lernen – für ein Auslandspraktikum nach China

Bunte Laternen in einer Straße in China mit blauem Himmel

Weltweit

Andere Länder, anderes Lernen – für ein Auslandspraktikum nach China

Ein Praktikum in einer Schule machen: nichts Ungewöhnliches für Lehramtsstudent*innen. Dass man aber ein Praktikum in China macht – das ist nicht ganz alltäglich. Andrea Jung aus Bremen hat es trotzdem gewagt und drei Monate an einer Schule in Hangzhou unterrichtet. Von ihren Eindrücken erzählt sie in "Weltweit".

Auslandspraktikum in China

COSMO 09.03.2019 08:02 Min. COSMO

Als Andrea Jung die Zusage für ihr Lehramtspraktikum im Ausland bekam, wusste sie erst nicht, ob sie sich wirklich freuen soll: Ihr Wunschort war Thailand gewesen. Als sie erfuhr, dass es nun nach China gehen sollte, war sie nicht so begeistert. Dennoch entschied sich die Bremerin das Praktikum zu absolvieren und drei Monate in der südchinesischen Stadt Hangzhou als Lehrerin zu arbeiten. 

Andrea Jung mit grauer Mütze auf chinesischer Mauer

Eine Kommilitonin aus ihrem Lehramtsstudium hatte sie auf das Programm „Schulwärts“ vom Goethe-Institut aufmerksam gemacht. Das Ziel dabei: Einblicke in andere Schulsysteme bekommen, neue Lernkulturen kennenzulernen und natürlich internationale Erfahrungen zu sammeln. Denn nachdem Andrea bereits in Istanbul studiert hatte, war für sie klar: Bevor sie ins Berufsleben startet und quasi der Ernst des Lebens beginnt, muss sie nochmal ins Ausland.

Mit dem Schnellzug durch das Land

Hangzhou ist mit über neun Millionen zwar um einiges größer als Bremen, Parallelen zu ihrer Geburtsstadt sieht Andrea dennoch: „Hangzhou ist eine sehr grüne Stadt und hat diesen wunderschönen und ziemlich großen See namens Westlake“, erzählt sie. Da es in China mittlerweile ein ziemlich weitreichendes Netz an Schnellzügen gibt, nutzte Andrea die Möglichkeit um auch andere Städte kennenzulernen: besonders die moderne Weltmetropole Shanghai, mit über 20 Millionen Einwohner, hat Eindruck bei ihr hinterlassen. 

Andrea Jung in den Bergen in China

Eine Herausforderung stellte für Andrea vor allem die Sprache dar: „Ich habe es immer wieder versucht“, sagt sie heute. „Aber es war ein Kampf: Vor allem aufgrund der vier verschiedenen Tonhöhen habe ich mich mit der Sprache wirklich schwer getan.“ Da ihre Schüler*innen aber alle ziemlich gut Englisch sprechen, habe es keine Verständigungsprobleme gegeben. 

Traumbedingungen für angehende Lehrer*innen

Anders als bei uns beginnt der Alltag in der chinesischen Schule mit Frühsport: Dann ertönt über Lautsprechern auf dem gesamten Schulhof die Musik. „Außerdem sind die Schüler*innen wirklich sehr diszipliniert“, erinnert sich Andrea. So hat sie in den Pausen kaum spielende Kinder gesehen. Bis spät abends sitzen sie in der Bibliothek und lernen. Mittlerweile ist Andrea wieder zurück in Bremen und schwärmt noch heute von dem Ehrgeiz seitens der Schüler: „Die Kids sind so neugierig, wollen alles genau wissen und kamen sogar nach dem Unterricht zu mir, um mit mir deutsch zu sprechen.“ Die perfekten Bedingungen also für alle angehenden Lehrer*innen.

Schulgebäude in Hangzhou mit chinesischer Flagge

Stand: 09.03.2019, 13:57