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Warum Wohnen auf kleinem Raum nicht nur gut für die Umwelt ist

Shia Su sitzt an einem Tisch in einem Minihaus.

Tiny Living

Warum Wohnen auf kleinem Raum nicht nur gut für die Umwelt ist

"Tiny Living", das heißt ein Leben auf minimalem Raum, in Wohnungen und Häuschen zwischen 15 und 40 m2. Cosmo-Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su hat sich vor 15 Jahren auch dazu entschieden – sie wohnt mit ihrem Partner in Köln auf nur 30m2.

Warum wohnen auf kleinem Raum nicht nur gut für die Umwelt ist

COSMO 03.11.2019 05:06 Min. Verfügbar bis 03.11.2020 COSMO

COSMO: Warum ist "Tiny Living" besser für die Umwelt und das Klima?

Shia Su: Es gibt vier entscheidende Bereiche, in denen wir im Alltag viel CO2 verursachen. Laut Umweltbundesamt sind das: Autofahren, Fliegen, Fleischkonsum und unser Wohnraum.

Je größer der Wohnraum, desto mehr Energie verbrauchen wir, vor allem beim Heizen. Da standardmäßig in Deutschland immer noch mit fossilen Energieträgern geheizt wird, verursachen wir dabei viele Treibhausgase. Außerdem tendieren viele bei mehr Platz gern dazu, mehr Möbel, größere Elektrogeräte und mehr Schnickschnack zu kaufen.

Da ich nur 30m2 habe und die mir auch noch teile, überlege ich mir ganz genau, ob und was ich kaufe. So eine kleine Wohnung reduziert also als Nebeneffekt auch den Konsum – und das schont auch noch mal Ressourcen.

COSMO: Was ist das Fazit so nach über 15 Jahren "Tiny Living"?

Shia Su: Keiner von uns beiden will wieder in eine große Wohnung ziehen. Wir sind auch schon über 15 Jahre zusammen und die größte Wohnung, die wir in der Zeit hatten, hatte 55m2. Das hat uns nicht so gefallen. Wir hatten gar nicht auf dem Schirm, wie viel mehr Hausarbeit da anfällt. Wir sind definitiv ordentlicher in einer kleinen Wohnung, denn Putzen geht schnell. Es gibt sicherlich Leute, die Freude am Aufräumen und Putzen haben, aber wir sind sehr froh, nicht so viel Zeit darauf verwenden zu müssen, unser Zuhause in Stand zu halten.

COSMO: Wirkt sich das Leben auf so engem Raum negativ auf eure Beziehung aus?

Shia Su: Ganz im Gegenteil! Da merkt man schnell, ob man wirklich zusammenpasst oder den anderen nur in guten Zeiten erträgt. Ich finde, auf so kleinem Raum zu zweit zu wohnen ist gut für die Beziehung. Gerade weil du dir nicht dauerhaft aus dem Weg gehen und das Problem ignorieren kannst. Das heißt, dass Probleme auch wirklich auf den Tisch kommen und so aus der Welt geschaffen werden können. Das tut der Kommunikation gut – und ich finde, dass eine offene und ehrliche Kommunikation in jeder Beziehung wichtig ist. Wenn einer von uns Ruhe oder Zeit für sich braucht, sagen wir das einfach. Mich stört es auch nicht, wenn mein Partner Hanno dann im Raum ist, solange er mich in Ruhe lässt. Ansonsten geht einer von uns mal etwas spazieren oder ein Käffchen trinken.

COSMO: Was sind deine Tipps für "Tiny Living"?

Shia Su: Am besten mistet man vorher groß aus – weniger Zeug bedeutet mehr Platz.

Dann ist die Einrichtung ganz wichtig. Die meisten unserer Möbel sind eine Nummer kleiner und wirken leicht und luftig. Massive Möbel lassen eine kleine Wohnung noch kleiner wirken und nehmen nur unnötig Platz weg. Wir achten darauf, dass die Möbel funktional, platzsparend und leicht sind. Wir haben zum Beispiel ein Schrankbett – also ein Bett, das sich hochgeklappt und als Schrank tarnt – und unseren Esstisch können wir ganz klein zusammenklappen. Die restlichen Möbel sind alle leicht und schnell umgestellt, wenn es nötig ist. Wenn wir Gäste haben können wir zum Beispiel unseren Tisch ausklappen und als Tafel in den Raum stellen, sodass acht Personen Platz daran haben.

Mehr Infos zum Thema gibt es auf Shia Sus Blog "Wasteland Rebel"

Stand: 03.11.2019, 12:30