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Welche Grillkohle ihr nehmen solltet

Grillkohle auf einem Holzkohlegrill

Zero-Waste-Expertin Shia Su

Welche Grillkohle ihr nehmen solltet

Es ist wieder Grill-Saison und was brauchen wir dafür? Klar, einen Grill und ganz klassisch meistens auch Holzkohle. Doch Augen auf beim Kohle-Kauf – sagt COSMO-Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su.

Nachhaltiges Grillen

COSMO 21.07.2019 02:51 Min. Verfügbar bis 21.07.2020 COSMO

COSMO: Shia, du empfiehlst auf das FSC-Siegel zu achten. Warum nur Grillkohle mit diesem Siegel?

Shia Su: Herkömmliche Holzkohle besteht leider oft aus Tropenholz, oft illegal geschlagen. Tropenwälder sind große CO2-Speicher. Wenn sie abgeholzt werden, setzt das Kohlenstoffdioxid frei, das den Klimawandel vorantreibt. Und natürlich ist das schlecht für den Artenschutz und die Biodiversität. Abhilfe schafft eben das FSC-Siegel. Das weist nämlich nach, dass Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet wurde. Wenn du regionales Holz möchtest, ist das auch gar kein Problem. Es gibt FSC-zertifizierte Buchen-Holzkohle. Die ist auf den ersten Blick zwar etwas teurer, brennt aber bis zu dreimal länger.

COSMO: Gibt es auch andere Alternativen zu klassischer Grillkohle?

Shia Su: Es gibt da schon ganz spannende Sachen! Briketts aus Olivenkernen zum Beispiel, ein Abfallprodukt aus der Olivenölpressung. Die Briketts werden angeblich nicht nur nachhaltig, sondern sogar müllvermeidend produziert. Und wie Buchen-Holzkohlen brennen diese Briketts auch länger als herkömmliche Holzkohle. Außerdem zünden sie sehr schnell und entwickeln weniger Rauch und Funkenflug.

Oder wie wäre es mit Kokos-Briketts? Ebenfalls eine Abfallverwertung: Da werden die Kokosnuss-Schalen aus der Kokosnussöl- und Kokosnussmilch-Produktion genommen. Ein regionales Produkt ist das nicht – klar. Regional hingegen ist Grillkohle-Ersatz aus alten Weinreben oder Weinstöcken. Da soll aber die Rauchentwicklung nicht unbedingt so ideal sein.

COSMO: Wie kann ich denn noch meine CO2-Bilanz beim Grillen verbessern?

Shia Su: Indem du auch etwas Klimafreundlicheres auf den Grill packst. Tierische Produkte sind nämlich einfach kleine Klimazerstörer. Fast 95 Prozent der Treibhausgase, die beim Grillen entstehen, kommen durch das Grillgut selbst, also durch die Herstellung, den Transport und den Verkauft von Fleisch und Grillwürsten – ein paar Gemüsespieße mehr und dafür etwas weniger Fleisch bringt ja auch schon etwas.

Stand: 21.07.2019, 15:49