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Muttertag - gute Blumen, schlechte Blumen

Gute und schlechte Schnittblumen zum Muttertag

Nachhaltigkeit

Muttertag - gute Blumen, schlechte Blumen

Bald ist Muttertag! Was man der Mutter am besten schenkt? Viele bringen dann Blumen mit. Doch da sollte man genau drauf achten, welche Blumen man kauft, sagt COSMO-Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su.

Muttertag: Gute Blumen, schlechte Blumen

05:15 Min. Verfügbar bis 05.05.2020

Cosmo: Shia, was ist an Blumen nicht nachhaltig?

Shia Su: Blumen sind ja keine Lebensmittel. Das heißt, dass sie auch krasser gespritzt sein dürfen mit Chemikalen – und viele sind es dann auch. Oft sogar so heftig, dass es schon gesundheitsgefährdend ist. Außerdem erwarten wir ja irgendwie, dass es die meisten Blumen das ganze Jahr über gibt - Rosen und Nelken zum Beispiel. Aber die wachsen natürlich gar nicht das ganze Jahr über hier in unseren Breitengraden. Da Blumen ja frisch sein müssen, werden sie eingeflogen. Das ist schlecht fürs Klima, weil beim Transport CO2 ausgestoßen wird. Dazu kommt,  dass der Anbau oft wasserintensiv ist, und das gräbt den Anbauregionen wortwörtlich das Wasser ab. Die Pestizide sind natürlich nicht nur schlecht für deine Mama, sondern noch schlimmer für die Arbeiterinnen und Arbeiter, die damit in Kontakt kommen.

Cosmo: Wie geht es denn besser?

Shia Su: Keine Bange, du kannst deiner Mutter gerne auch noch Blumen schenken. Frag' einfach mal nach saisonalen Blumen aus der Region. Oder du lädst dir einen Saisonkalender für Schnittblumen runter. Einen schönen Kalender gibt es von der Stadt Bielefeld in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale NRW. Das gibt dann einen richtig tollen Frühlingsblumenstrauß mit Maiglöckchen, Nelken, Pfingstrosen und Margeriten. Und wenn hier bei uns zum Beispiel im Winter gar nichts blüht und es unbedingt Schnittblumen sein müssen, dann bitte Bio- und Fairtrade-Blumen kaufen.

Cosmo: Schenkst du denn deiner Mutter Schnittblumen?

Shia Su: Nein, sp wie ich steht sie nicht auf Schnittblumen. Wir finden es beide nämlich total schade, dass die ja streng genommen schon im Sterben liegen. Wir mögen lieber Pflanzen, die noch wachsen und gedeihen können. Also Topfpflanzen. Obwohl da bei meiner Mutter wahrscheinlich auch schon das Limit mittlerweile erreicht ist. Bei uns wird es dieses Jahr wohl wieder was zum Naschen geben oder etwas, was man auch anders aufbrauchen kann. Eine selbstgemachte Body-Butter vielleicht wieder?

Cosmo: Stimmt, müssen auch nicht immer Blumen sein. Gibt es bei Topfpflanzen was zu beachten?

Shia Su: Auch da gibt es inzwischen in Deutschland Baumschulen, die das so nachhaltig wie möglich machen. Manchmal steht es dann auf Schildern dran. Ihr macht nichts verkehrt, wenn ihr beim Kauf nachfragt. Selbst wenn die Floristen nicht direkt Bescheid wissen, schafft ihr dafür zumindest ein Bewusstsein beim Händler, damit sich etwas ändert. Am schönsten und eben auch klimaschonendsten ist es natürlich, ihr fragt einfach mal im Bekanntenkreis nach Ablegern, auch Setzlinge genannt. Irgendwer hat immer einen grünen Daumen. In lokalen Facebook-Gruppen oder auf Ebay-Kleinanzeigen bin ich auch schon oft fündig geworden.

Ich habe auch schon aus Lebensmitteln Pflänzchen gezogen. Einige Sachen wie Lauch oder Beete könnt ihr oben beziehungsweise unten abschneiden und ins Wasser setzen. Ingwer ist ja eine Wurzel und die könnt ihr so verbuddeln. Ganz beliebt ist es natürlich, Avocado-Kerne zum Sprießen zu bringen oder das Grünzeug einer Ananas zu einer Pflanze umzuzüchten, wobei das natürlich Import-Lebensmittel sind. Bei zum Beispiel Chilis oder Zitruspflanzen könnt ihr die Samen nehmen. Meine Chili-Pflanze hat sich nur leider als Tomate entpuppt.

Stand: 05.05.2019, 16:18