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So wascht ihr euch ohne Shampoo die Haare

Eine Frau knetet Shampoo in ihre Haare.

Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su

So wascht ihr euch ohne Shampoo die Haare

Was haben Stars wie Jessica Simpson, Gwyneth Paltrow, Adele oder Johnny Depp mit unserer Cosmo-Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su gemeinsam? Sie alle benutzen kein Shampoo mehr! Das klingt erst einmal eklig, soll aber wohl total gut fürs Haar und auch für die Umwelt sein.

Nachhaltigkeit: So wascht ihr euch ohne Shampoo die Haare

04:56 Min.

Shia, erklär mal, warum ist das denn gut fürs Haar?

Gängige Shampoos sind einfach ganz schöne Chemiekeulen mit vielen Inhaltsstoffen, die gesundheitlich bedenklich sind. Von krebserregend, allergieauslösend bis hautreizend ist da alles dabei. Außerdem wäscht Shampoo die natürlichen Öle, sprich den natürlichen Schutzmantel, der Kopfhaut ab. Das kann zum einen zu Hautirritationen führen mit Effekten wie Schuppen. Zum anderen gibt unsere Kopfhaut Gas, um wieder schnell den Schutzmantel aufzubauen, indem sie Öle produziert. Unsere Haare fetten also schneller nach. Wenn man stattdessen natürlichere Methoden benutzt, die schonender sind, lernt die Kopfhaut wieder, sich besser zu regulieren.

Okay, die Chemiekeule ist nicht unbedingt gut für unsere Gesundheit, klar. Aber inwiefern ist es besser für die Umwelt, sich die Haare nicht mit Shampoo zu waschen?

Viele der Inhaltsstoffe in Shampoos sind ja nicht nur für uns Menschen gesundheitsbedenklich, sondern auch für andere Lebewesen. Außerdem werden viele der Inhaltsstoffe aus Erdöl gewonnen, genauso wie das Plastik der Shampoo-Flasche. Mikroplastik, also im Grunde schon fast pulverisiertes Plastik, wird auch gerne als Füllmittel eingesetzt. Und diese Partikel sind so klein, dass auch unsere Kläranlagen sie nicht herausfiltern können, sodass sie am Ende im Meer landen, wo sie viel Schaden anrichten.

Womit wäscht man sich dann das Haar, wenn nicht mit Shampoo?

Da gibt es viele verschiedene Methoden. Die einfachste ist wahrscheinlich die Haarseife, also ein Stück echte Seife, das noch aus verseiftem Öl und nicht synthetischen Tensiden besteht. Haarseifen bekommt man in Bio-, Naturkosmetik- und natürlich Unverpackt-Läden. Seife trägt aber die natürlichen Öle auf der Kopfhaut fast genauso gründlich ab, das heißt, die Haare fetten auch fast genauso schnell wieder nach wie bei normalem Shampoo. Was wären andere Methoden, bei denen die Haare nicht so schnell wieder fettig werden? Eine Methode ist Natron, bekommt man ja in jedem Supermarkt. Ein Esslöffel in einer Tasse lauwarmem Wasser auflösen, über die Haare gießen, einmassieren und ausspülen. Lava-Erde ist auch noch eine tolle Methode. Lavaerde kann man im Reformhaus kaufen. Genau wie bei Natron kann man ein bis zwei Esslöffel mit so viel Wasser verrühren, dass man das gut verteilen kann. Dann einmassieren und ausspülen und schon fetten die Haare nicht mehr so schnell.

Was benutzt du?

Ich persönlich benutze Bio-Roggenmehl. Klingt komisch, hatte mich damals auch echt Überwindung gekostet. Roggenmehl ist aber super pflegend, entzündungshemmend, “ph-hautneutral”, wie es so schön im Werbejargon heißt, und enthält Vitamin B5. Ich mische einfach ungefähr zwei Esslöffel Roggenmehl mit Wasser an, massiere es ein und spüle es wieder aus. Und zum ersten Mal in meinem Leben bin ich mein Schuppenproblem losgeworden. Genaueres zur Roggenmehl-Haarwäsche kann man auf meinem Blog wastelandrebel.de nachlesen.

Haben die Methoden auch Nebeneffekte?

Woran man sich erst mal gewöhnen muss, ist, dass das nicht schäumt und nicht riecht. Außerdem braucht die Kopfhaut etwas Zeit, um sich wieder dran zu gewöhnen, dass sie nicht so viele Öle nachproduzieren muss. Das kann je nach Person bis zu einige Wochen dauern, schließlich hat sich die Haut ebenfalls über Jahrzehnte an Shampoo gewöhnt. Also lieber Richtung Winter damit anfangen, damit man zur Not mit Mütze rumlaufen kann. Man kann aber auch wie ich Glück haben und gar keine Umgewöhnungsphase brauchen.

Stand: 10.09.2017, 16:37