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Leben aus 7,3 Quadratmetern

Shia Su sitzt an einem Tisch in einem Minihaus.

Tiny House

Leben aus 7,3 Quadratmetern

In vielen deutschen Städten und Ballungsräumen herrscht Wohnungsnotstand. Neue Wohnungskonzepte müssen her. Unsere COSMO-Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su hat für uns das Leben auf kleinstem Raum getestet – in einem 7,3 Quadratmetern Tiny House auf einer Verkehrsinsel in Ludwigsburg bei Stuttgart.

Leben aus 7,3 Quadratmetern

COSMO 24.03.2019 05:35 Min. COSMO

COSMO: Shia, du hast eine Woche auf 7,3 Quadratmetern auf einer Verkehrsinsel gelebt?

Shia Su: Ja! In dem viel größer wirkenden Häuschen ist wirklich alles untergebracht: Küche, Bad mit Toilette und Dusche und ein Bett, das tagsüber zur Sitzecke wird! Das Haus hat sogar einen Namen: "Mikrohofhaus", weil zum 7,3 Quadratmeter kleinem Haus noch ein 30 Quadratmeter großer Hof – mit Springbrunnen – gehört, der mit einer hohen Mauer abgetrennt ist. Das heißt man sieht die Autos gar nicht und es kann auch keiner reingucken. Hören kann man den Verkehr natürlich trotzdem, das soll der Springbrunnen übrigens übertönen. Und weil mir das allein noch nicht krass genug war, hab ich auch noch meinen Mann zum einwöchigen Probewohnen mitgenommen.

Tiny House steht auf einer Verkehrsinsel in Ludwigsburg.

COSMO: Shia, hat deine Beziehung das überstanden?

Shia Su: Frag lieber, wie wir geschlafen haben. So ein extrem kleines Haus ist nicht auf zwei Personen ausgelegt, dementsprechend war auch die Matratze. aber es ging trotzdem, wir haben uns von Nacht zu Nacht besser daran gewöhnt, wobei wir dauerhaft dann doch lieber eine größere Matratze hätten.

Shia Su sitzt am Tisch im Tiny House.

COSMO: Bei nur 7,3 Quadratmetern müsst ihr euch andauernd auf die Füße getreten haben, oder?

Shia Su: Nein, das ist wirklich gar nicht passiert. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir sowieso schon ziemlich klein wohnen, nämlich zu zweit auf 30 Quadratmetern. Ich glaube, das koordinieren wir schon unterbewusst. Auch zu zweit kochen ging im Minihaus echt ganz gut, obwohl wir auf Dauer eine etwas größere Küche bevorzugen würden. Das Einzige, was wirklich schwierig war, war das Filmen. Wir sollten nämlich unsere Eindrücke für das gemeinnützige Nachhaltigkeits-Filmfestival "Naturvision" dokumentieren und da nimmt dann plötzlich das Stativ schon gefühlt ein Viertel des ganzen Hauses ein.

Shia Sus Mann im Tiny House.

COSMO: Platz für viel Besitz ist im Tiny House kaum. Wo auch?

Shia Su: Ja, Minimalismus muss da schon sein. Aber ein ballastfreies Leben tut ja auch sonst gut. Ich würde sagen, dass unser Zeugs – minus Möbel – wohl komplett in das Häuschen passen würde. Wichtig auf so kleiner Wohnfläche ist es, den Stauraum gut auszunutzen und zu organisieren.

COSMO: Würdest du sagen, dass das ein nachhaltiges Wohnkonzept ist?

Shia Su: Minihäuser in der Stadt auf sonst ungenutzten Flächen – auf jeden Fall! Auf einer Verkehrsinsel? Nicht unbedingt. Dabei ging es mit dem Lärm sogar. Ich mach mir da eher Gedanken um die Feinstaubbelastung. Ich persönlich würde eher auf die Dächer der Stadt gehen und da Tiny House Penthouses hinsetzen.

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Noch mehr Tipps zu einem nachhaltigen Leben gibt es auf Shia Sus Blog

Stand: 24.03.2019, 15:30