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Gegenmodell zu konventionellen Anbaumethoden

Bauer

Solidarische Landwirtschaft

Gegenmodell zu konventionellen Anbaumethoden

Im Supermarkt sieht man Äpfel aus Neuseeland, Zucchini aus Spanien und Auberginen aus Italien. Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su möchte lieber nachhaltiges, regionales und fair produziertes Obst und Gemüse. Das gibt es mit einer Mitgliedschaft in einer solidarischen Landwirtschaft.

Cosmo: Shia, was ist eine "Solidarischen-Landwirtschaf-Mitgliedschaft"?

Shia Su: Als Mitglied eines "SoLaWi-Bauernhofs" zahlst du einen Mitgliedsbeitrag und bekommst wöchentlich eine Ernteausschüttung. Alle Kosten des Hofes werden durch die Mitgliedsbeiträge gedeckt, das heißt der Hof ist unabhängig von Weltmarktpreisen. Das ist ziemlich cool, weil der Hof dann nicht mehr möglichst billig produzieren muss, um zum Beispiel die Kartoffeln günstiger als die Konkurrenz anbieten zu können. Für die Mitglieder ist es auch günstiger, weil es keine Zwischenhändler gibt. 

 Cosmo: Wie läuft das konkret ab?

Shia Su: Das läuft bei jedem Hof etwas anders ab und auch nicht jeder Hof ist Bio-zertifiziert, da muss man vorher nachfragen. Ende des Kalenderjahres werden meistens die sogenannten "Ernteanteile" für das nächste Jahr vergeben. Es gibt verschieden große Ernteanteile, weil ein Singlehaushalt natürlich weniger Lebensmittel verbraucht, als eine Großfamilie. Wer das verpasst hat, der kann sich auf eine Warteliste setzen lassen und einspringen, wenn ein Mitglied dann noch nicht mehr möchte. Dann gibt es jede Woche Lebensmittel vom Hof. Die kannst du dir direkt am Hof abholen, oder es gibt bei dir in der Nähe Abholstationen. Manchmal werden auch Abholgemeinschaften gebildet, die sich mit dem Abholen abwechseln. Die Produkte sind in der Regel günstiger, als im Supermarkt.

Cosmo: Bekommt man so viel Obst und Gemüse wie man möchte, oder muss ich im Supermarkt etwas dazu kaufen?

Shia Su: Das hängt natürlich davon ab, wie viel du kochst und wie groß der Ernteanteil ist, für den du dich angemeldet hast. Aber generell ist es so, dass du im Sommer sehr viel bekommst, weil da Erntezeit ist und du im Winter eher etwas dazu kaufen musst. Übrigens ist tatkräftige Hilfe in der Erntezeit auch immer willkommen. Es gibt auch Höfe, die besonders familienfreundlich sind und Entdeckungsveranstaltungen für die ganze Familie anbieten. Ich hab auch schon gesehen, dass ein Hof anbietet, dass man, statt den Mitgliedsbeitrag monetär zu entrichten, einfach bei diversen Aufgaben auf dem Hof mithelfen kann. Damit wollen sie einkommensschwachen Menschen auch die Möglichkeit bieten, Mitglied zu werden.

Cosmo: Funktioniert das auch, wenn ich in der Stadt wohne?

Shia Su: Generell ja. Es kommt darauf an, ob es in der Nähe einen "SoLaWi-Hof" gibt. Der Hof ist natürlich nicht in der Stadt. Auf der Webseite "solidarische-landwirtschaft.org" kannst du nachgucken, ob es bei dir einen "SoLaWi-Hof" gibt. Da kannst du anrufen und fragen, ob sie auch Abholstationen in der Stadt haben, oder sich bisher schon Abholgemeinschaften gebildet haben. 

Stand: 04.08.2018, 11:45