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Die eigene Bank auf Nachhaltigkeit checken

Eine Lupe über einem Internetbildschirm vergrößert eine Seite zum Online-Banking

Zero-Waste-Expertin Shia Su

Die eigene Bank auf Nachhaltigkeit checken

Was machen Banken eigentlich mit unserem Geld? Mehr als wir denken. Manche Geldinstitute investieren in Firmen, die ihre Hände etwa in Rüstungsgeschäften haben können. Shia Su erzählt uns, wo man herausfinden kann, ob auch die eigene Bank betroffen ist und was mögliche Alternativen sein könnten.

Nachhaltigkeitsbanken

COSMO 28.07.2019 03:15 Min. Verfügbar bis 29.07.2020 COSMO

Shia: Banken wirtschaften mit unserem Geld, um Gewinne zu erzielen. Dabei investiert die überwiegende Mehrheit der Banken standardmäßig in Firmen, die wiederum ihre Hände in Rüstungsgeschäften und Menschenrechtsverletzungen haben können, auch Atom- und Kohlekraft sind dabei. Damit haben Banken einen immensen Einfluss auf die Umweltverschmutzung und auf den Klimawandel. Die gute Nachricht: Das ist auch Macht, die man zum Guten einsetzen könnte! Stellt euch vor, alle Banken würden diesen dreckigen Geschäften einfach den Geldhahn zudrehen!

COSMO: Wie kann ich in Erfahrung bringen, ob meine Bank auch bei diesen umweltschädlichen Geschäften mitmischt?

Shia: Das kannst du nachgucken: Es gibt vom Fair Finance Guide Deutschland ein Banken-Ranking, wo Banken nach sozialen und ökologischen Kriterien unter die Lupe genommen werden. Ist auch ganz übersichtlich in einem Ampelsystem dargestellt. Eine weitere gute Anlaufstelle für das Thema ist der gemeinnützige Verein "Urgewald". Die klären dazu auf und haben dazu auch viele umfangreiche Broschüren, wo du dich über deine Bank informieren kannst.

COSMO: Das heißt meine Bank wird da wohl auch Sachen unterstützen, mit denen ich nicht einverstanden bin. Was nun?

Shia: Es gibt zum Glück auch Banken, die das besser machen. Die nennen sich “Nachhaltigkeitsbanken” und legen großen Wert auf Transparenz. Du kannst da also wirklich nachlesen, wo jeder Cent hin ging. Außerdem positionieren sie sich ganz klar und sagen: Wir investieren nicht in die Rüstungsindustrie und geben auch kein Geld für Atom- oder Kohlekraft her. Auch spekulative Anlagen wie Nahrungsmittel sind Tabu. Stattdessen werden aktiv Bereiche wie erneuerbare Energien, ökologische Landwirtschaft oder auch soziale Projekte wie soziale Wohnprojekte oder auch Schulen gefördert.

COSMO: Würdest du so eine Nachhaltigkeitsbank empfehlen?

Shia: Das kommt natürlich immer drauf an, was für ein Konto du momentan hast und was für ein Konto du dann bei der Nachhaltigkeitsbank deiner Wahl möchtest. Wenn du aber alle Kosten zusammenrechnest, die bei dir im Jahr anfallen, also ggf. Kontoführungsgebühr, Kartengebühr, eventuell Transaktionsgebühren, dann wird die Nachhaltigkeitsbank wahrscheinlich ein kleines bisschen teurer sein, aber das wird sich geschätzt unter 5 Euro im Monat bewegen. Dafür bekommst du aber auch viel und weißt, dass dein Geld nicht Dinge tut, die du nicht selber machen würdest.

Ich bin übrigens sogar bei zwei Nachhaltigkeitsbanken, privat und geschäftlich bei unterschiedlichen, und kann aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, dass die Beratung und der ganze Service viel besser ist als ich es von vorher kannte, allerdings meistens telefonisch, weil sie nur wenige Filialen haben. Ich kann aber trotzdem an mehr Bankautomaten Geld abheben als vorher.

Stand: 28.07.2019, 15:30