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Dinge, die nicht in den Abfluss gehören

Zigarettenstummel in einer Toilettenschüssel

Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su

Dinge, die nicht in den Abfluss gehören

Ist euer Abfluss auch immer mal verstopft? Dann könnte es daran liegen, dass Dinge darin landen, die nichts darin zu suchen haben! Das kann nicht nur zu verstopften Rohren führen, sondern auch die Umwelt belasten! Unsere Cosmo-Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su weiß, was im Abfluss nichts verloren hat.

Dinge, die nicht in den Abfluss gehören

COSMO 01.09.2019 04:38 Min. Verfügbar bis 01.09.2020 COSMO

COSMO: Shia, was gehört nicht in den Abfluss?

Shia Su: Nichts, was sich nicht auflöst, allem voran natürlich Plastik. Obststicker verschwinden regelmäßig im Abfluss, wenn sie nicht vor dem Abwaschen des Obsts entfernt werden. Gegen so etwas helfen Abflusssiebe – die gibt es in jeder Drogerie zu kaufen und die sparen viel Stress. Habe ich auch Zuhause, beugt auch Verstopfungen durch Haare vor. Was vor allem erstaunlich oft im Klo landet sind feuchtes Klopapier, Abschminktücher, Binden, Tampons oder Kondome. Solche Sachen verstopfen und schaden regelmäßig unsere Kläranlagen, so dass neben aufwendigen Reinigungseinsätzen auch Reparaturen Alltag sind. Das ist natürlich alles andere als nachhaltig, wenn da dauert deswegen etwas kaputt geht.

COSMO: Es landen auch kleine Plastikpartikel in unseren Abflüssen – die Rede ist von Mikroplastik. Was können wir dagegen machen?

Shia Su: Mikroplastik ist so klein, dass unsere Kläranlagen es nicht herausfiltern können. So landet es in unseren Gewässern und am Ende im Meer. Diese Art Plastik steckt in Produkten wie Shampoo, Duschgels oder Peelings. Mit der "Codecheck App" könnt ihr den Barcode vom Produkt scannen und sehen, ob es Mikroplastik enthält. Aber auch unsere Klamotten sind Mikroplastik-Schleudern, zumindest die aus Kunst- und Mischfasern. Die verlieren nämlich jedes Mal, wenn wir sie waschen tausende klitzekleine Fasern, die im Abwasser und somit irgendwann auch im Meer landen. Bisher verschafft da nur der Waschsack "GuppyFriend" von dem gemeinnützigen Berliner Unternehmen "Stop Micro Waste" Abhilfe. Oder eben so wenig Kunstfaserklamotten wie möglich zu tragen.

COSMO: Welche Umweltkatastrophen spülen wir denn noch unsere Rohre runter?

Shia Su: Zigarettenkippen sind definitiv ganz oben auf der Liste. Gerade auf Parties werden Kippen oft in Flaschen oder Gläsern mit Wasser gelöscht und danach wird das verseuchte Wasser weggekippt. Das ist ganz schlimm! Die Dinger sind nämlich echte Giftschleudern. Ein Kippenstummel kann ungefähr 50 Liter Wasser verseuchen. Das gilt übrigens auch für Kippen, die auf dem Boden landen und wo dann durch Regen die Giftstoffe in den Boden geschwemmt werden. Also: Kippen in den Aschenbecher und denn dann in den Restmüll leeren.

COSMO: Was ist noch ganz schlecht für die Umwelt?

Shia Su: Medikamentenreste, vor allem Antibiotika. Im Abwasser können sich durch Antibiotikarückstände resistente Keime bilden. Das kann unser mikrobielles Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen, was auch Folgen für die höheren Ebenen in der Nahrungskette haben kann. Meistens können Medikamente im Restmüll entsorgt werden, aber besser ist es, euch vorher noch mal zu vergewissern. Ihr könnt bei der Apotheke eures Vertrauens anrufen oder bei "arzneimittelentsorgung.de" eure Postleitzahl eingeben und erfahren, wo ihr bei euch Arzneimittel ordnungsgemäß entsorgen könnt.

Stand: 01.09.2019, 12:30