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Wie entsteht Mikroplastik?

Mikroplastik neben einer Cent-Münze

Zero Waste

Wie entsteht Mikroplastik?

Mikroplastik steckt in Kosmetikprodukten wie Cremes, Duschgels und Peelings. Es steckt aber nicht nur in Kosmetik, sondern auch in anderen Produkten. In welchen – das weiß unsere COSMO-Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su.

Wie entsteht eigentlich Mikroplastik?

COSMO 10.02.2019 02:09 Min. COSMO

Cosmo: Shia, wo steckt Mikroplastik noch drin, ohne, dass wir das wissen?

Shia Su: Mikroplastik steckt auch in unseren Böden. Laut dem Naturschutzbund findet man in Böden sogar 32-mal so viel Mikroplastik, wie in den Meeren. Das kann dahin kommen, wenn Müll verweht und dann auf dem Acker untergepflügt wird. Aber es gibt auch den indirekten Weg, beispielsweise über unseren Biomüll, wenn da Plastikverpackungen mit reingeworfen werden. So landet das Plastik mit dem Kompost wieder auf den Feldern. Was auch oft in der Landwirtschaft auf den Äckern landet, ist Klärschlamm. Und im Klärschlamm ist Mikroplastik aus unseren Körperpflegeprodukten, wie zum Beispiel Peelings.

Cosmo: Stimmt es, dass Mikroplastik auch entsteht, wenn wir unsere Klamotten waschen?

Shia Su: Ja. Beim Waschen, speziell bei Kunst- und Mischfaserklamotten, lösen sich immer auch Fasern. Diese Fasern können dann in Kläranlagen nicht komplett rausgefiltert werden, so dass ein Teil natürlich auch im Klärschlamm landet. Auf diese Weise landen die Fasern am Ende im Meer und im Boden. Das ist bei Baumwollfasern gar nicht schlimm, aber bei Kunstfasern schon. Es gibt zum Glück inzwischen einen Waschbeutel namens "Guppy Friend", der zumindest einen Teil der Mikrofasern rausfiltert. Du tust da also deine Kleidung rein, Beutel zu, ab in die Waschmaschine. Nach dem Waschen kannst du die Fasern per Hand aus dem Beutel holen und im Restmüll entsorgen.

Cosmo: Wo treffen wir denn noch ungeahnt auf Mikroplastik?

Shia Su: Mikroplastik ist leider überall, in der Luft zum Beispiel. Das meiste Mikroplastik entsteht nämlich durch Reifenabrieb! Also wenn Autos, Fahrräder oder LKW durch die Gegend fahren, lösen sich da kleinste Teile vom Reifen – das nennt man Reifenabrieb. Dazu kommen Verwehungen von Sportplatzbelägen und auch der Abrieb unserer Schuhe. Das setzt sich natürlich auch im Boden ab. Und jedes Mal, wenn wir uns in unserem Wasserkocher aus Plastik Wasser machen, löst sich da etwas vom Plastik ins Wasser – bis zu 30.000 Teilchen pro Milliliter sogar. Das zumindest kann man leicht umgehen: Wasserkocher aus Glas, Edelstahl oder einfach einen normalen Topf auf den Herd stellen. So nehmen wir Menschen auch weniger Mikroplastik in den Körper auf. Beim Rest hilft nur: weniger Plastikmüll machen, weniger Auto fahren und keine Kosmetik mit Mikroplastik kaufen.

Stand: 10.02.2019, 14:23