Live hören
Jetzt läuft: Yo x Ti, Tu x Mi von Rosalía & Ozuna

Im Rollstuhl um die Welt

Eine Frau in einem Rollstuhl schaut von einer Aussichtsplattform auf dem Tafelberg auf die Küste und das Meer unter ihr.

Weltweit

Im Rollstuhl um die Welt

Kim Lumelius sitzt im Rollstuhl. Das hält sie aber nicht davon ab, durch die Welt zu reisen und auf ihrem Blog "Wheelie Wanderlust" darüber zu schreiben.

Im Rollstuhl um die Welt

COSMO 11.05.2019 06:18 Min. Verfügbar bis 11.05.2020 COSMO

Im Alter von zwei Jahren wurde bei Kim Lumelius Spinale Muskelatrophie (SMA) diagnostiziert. Eine Art Muskelschwund, verursacht durch das Absterben motorischer Nervenzellen im Rückenmark. Seitdem fährt sie mit ihrem Rollstuhl "Lutzi" durchs Leben. Seit Kim denken kann, packt sie immer wieder das Fernweh: "In mir sprudelt einfach der Drang, neue Länder zu entdecken und fremde Kulturen und Menschen kennenzulernen." Und über ihre Reisen schreibt Kim auf ihrem Reiseblog "Wheelie Wanderlust". Dort dreht sich alles um barrierefreie Städte- und Fernreisen.

Eine Frau im Rollstuhl beim Paragliding.

Gerade war Kim in Prag und hat ein barrierefreies Wellnesshotel getestet. Die Barrierefreiheit in Prag habe sich verbessert: "Man kommt mit dem Rollstuhl in die Tram und auch viele öffentliche Gebäude und Museen kann man besuchen." Aber es sei noch ausbaufähig, denn die Stadt habe viel Kopfsteinpflaster und viele Bars und Restaurants seien nur über eine Treppe zu erreichen.

"Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben"

Ihr Rollstuhl habe sie nie davon abgehalten, an einen bestimmten Ort zu reisen. "Die Möglichkeiten sind natürlich etwas begrenzter. Aber es gibt immer mehr Angebote (...) und da kann man schon tolle Sachen machen - auch mit Rollstuhl. Viele Tourismusverbände kümmern sich jetzt zum Beispiel um das Thema 'Tourismus ohne Barrieren'. Viele Hotels bauen um, weiten ihr Angebot aus. Es geht langsam voran, aber ich sehe einen positiven Trend."

Eine Frau im Rollstuhl in einem Park.

Was man als reiselustiger Mensch im Rollstuhl schnell lernt: Spontanität ist eher schwierig. Das kann Kim bestätigen: "Eine gute Reiseplanung ist mindestens die halbe Miete." Egal ob mit Bahn oder Flugzeug – man müsse sich als Rollstuhlreisender vorher anmelden. Die größte Herausforderung bei der Reiseplanung seien die Unterkünfte, erzählt Kim. "Die müssen gut ausgebaut sein und besonders wichtig sind barrierefreie Bäder und Toiletten."

Die USA seien ein positives Beispiel in Sachen barrierefreies Reisen, genauso wie Deutschland. Kim war dieses Jahr auch in Südafrika und überrascht, wie gut sie sich dort mit ihrem Rollstuhl bewegen konnte. Frustrierende Momente habe sie beim Reisen zum Glück nur selten erlebt, erzählt Kim, das liege vor allem an ihrer Planung im Vorfeld.

Eine Frau im Rollstuhl auf der Terrasse eines Baumhauses.

Ein besonderes Erlebnis war die Übernachtung in einem barrierefreien Baumhaus im Spessart. Das Baumhaus ist nämlich so an einen Berg gebaut, dass Rollstuhlfahrer an einer Seite herein fahren können. "Es gibt viele Sachen, bei denen ich nicht gedacht hätte, dass das für Rollstuhlfahrer möglich ist. Aber nette Menschen überlegen sich da tolle Möglichkeiten." So kam es auch, dass Kim letztes Jahr einen Paragliding-Flug gemacht hat. "Es gibt tolle Angebote, aber die sind selten. Deswegen muss man sie teilen, damit möglichst viele davon profitieren können."

Stand: 11.05.2019, 00:02