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Kleine Dinge, großer Negativeffekt für Umwelt und Natur

Zigarettenstummel auf dem Fußboden

Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su

Kleine Dinge, großer Negativeffekt für Umwelt und Natur

Fliegen, Auto fahren, Plastikverpackungen - die großen "Sünden" in Sachen Klima- und Umweltschutz haben wir oft im Blick, aber was ist mit den kleinen Alltagsgegenständen? Cosmo-Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su erklärt, welche Dinge in unserem Alltag große negative Auswirkungen auf Umwelt und Natur haben.

Kleine Gegenstände, großer Effekt auf Umwelt und Natur

04:47 Min. Verfügbar bis 15.09.2020

COSMO: Zigarettenstummel sind überall. Die Dinger landen häufiger auf dem Boden als im Aschenbecher ...

Shia: Ja, leider landen die Dinger meistens auf dem Boden! Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden zwei Drittel der Kippen auf den Boden geschmissen. Weltweit sind sie das am häufigsten weggeworfene Abfallprodukt. So türmen sich jedes Jahr 340 bis 680 Millionen Kilogramm Kippen auf unserem sowieso ja schon geschundenen Planeten.

Diese Menge an Müll ist aber nicht das einzige Problem an Kippen. Die Dinger sind außerdem auch giftig. Im Filter sammeln sich nämlich die giftigen Substanzen der Zigaretten, bis zu 4.000 Chemikalien! Und so reicht ein einziger Stummel, um rund 50 Liter Wasser zu vergiften. Da die Dinger auf dem Boden landen, werden diese Giftstoffe durch den Regen in den Boden und somit auch ins Grundwasser gespült.

COSMO: Bei vielen festlichen Anlässen dürfen sie für viele nicht fehlen: Luftballons! Gerade Kindern zaubern sie ein Lächeln auf das Gesicht - hui oder pfui?

Shia: In der Vergangenheit wurde festgestellt, dass viele Luftballons giftig sind, weil sie Höchstmengen an sogenannten Nitrosaminen überschreiten. Deswegen muss seit zehn Jahren auf Luftballonverpackungen der Hinweis "Zum Aufblasen eine Pumpe verwenden!” stehen, um den Kontakt zur Mundschleimheit zu vermeiden. Diese Belastungen sind nach neueren Untersuchungen zwar etwas besser geworden, aber gut ist leider immer noch etwas anderes.

Außerdem werden sie ja gerne mit Helium gefüllt und steigen gelassen, weil es so schön aussieht. Nur diese Schönheit kommt auch wieder herunter und landet dann als biologisch nicht abbaubarer Müll in Gewässern, auf Feldern und in der Natur. Dort stellt der Ballon-Müll eine Gefahr für Tiere dar, die sich in den Bändern verheddern, oder den Müll versehentlich essen und daran sterben.

COSMO: Die meisten Menschen spülen ihr Geschirr mit einem Spülschwamm, den man wirklich in jeder Drogerie bekommt. Womit spülst du und warum?

Shia: Wie du es schon ahnst, spüle ich nicht mit einem Spülschwamm – nicht mehr. Früher habe ich das auch gemacht, bis mir auffiel, dass dieser normale Spülschwamm ja die reinste Mikroplastikschleuder ist. Da achte ich brav bei Shampoo, Duschgel und Zahnpasta darauf, mikroplastikfreie Produkte zu verwenden und spüle aber mein Geschirr mit einem sich auflösenden Schwamm aus Kunststoff. Das war so ein Facepalm-Moment, bei dem ich dachte: Wie dämlich von mir!

Seitdem spüle ich Zuhause mit kompostierbaren Spülbürsten aus Holz mit pflanzlichen Borsten und Baumwoll-Lappen, die einfach in die Wäsche kommen und schon Jahre halten. Ich hab einfach ein altes Handtuch zerschnitten und die Seiten einmal umgenäht. Es gibt aber in Bioläden auch biologisch abbaubare Spülschwämme und auch Schwammtücher, also diese Schwamm-Lappen.

Stand: 15.09.2019, 12:40