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Papierlos leben - so geht's!

Ein Breifkasten.

Nachhaltigkeit

Papierlos leben - so geht's!

Die COSMO-Nachhaltigkeitsexpertin Shia Su führt ein möglichst müllfreies Leben – dazu gehört auch Papier. Sie hat ihren Papierverbrauch drastisch reduziert und hat Tipps, wie wir das auch schaffen können.

Papierlos leben - so geht's!

COSMO | 15.04.2018

Cosmo: Shia, wie papierlos bist du eigentlich?

Shia Su: Ich würd sagen, dass ich wahrscheinlich schon ziemlich nah am Minimum bin, aber gerade was Behörden angeht, geht es manchmal nicht papierlos. Meine Krankenkasse besteht auch bei einigen Sachen auf Papierverkehr. Da bringt es auch nichts, wenn ich argumentiere, dass in einem DIN-A4-Blatt Papier á 80 g/m² rund zehn Liter Wasser stecken und geschätzte 20 bis 40 Prozent des Holzes weltweit aus illegaler Rodung kommen. Das habe ich alles schon probiert. Auch schon bei der Wahlbenachrichtigung; die bekomme ich weiterhin. Aber wenn genug Leute nachfragen, könnte sich irgendwann was ändern.

Cosmo: Shia, verhinderst du die Papier-Werbeflut?

Shia Su: Ich habe einen "Keine Werbung"-Sticker am Briefkasten.

Cosmo: Halten sich die Austräger daran?

Shia Su: Die meisten halten sich daran. Allerdings reicht ein "Keine Werbung"-Sticker auf dem Briefkasten häufig nicht aus, um auch die kostenlosen Zeitungen loszuwerden. Bei mir am Briefkasten steht "Keine Werbung und keine kostenlosen Zeitungen". Allerdings hält das auch nicht jede Zeitung ab. Da hilft es, einmal kurz im Verlag anzurufen. Die notieren sich dann den Namen und die Adresse, das sollte dann auch klappen, außer die Post ist direkt an dich adressiert.

Cosmo: Wie zum Beispiel Werbepost von Kundenkarten etc.?

Shia Su: Genau. Kundenkarten, Punkte-Programme und Kataloge habe ich einmal alle in einem Schwung abbestellt. Ich hatte einfach genug von der Werbung überall. Und wenn man die nicht mehr bekommt, hat man seinen Papiermüll schon um den Löwenanteil reduziert.

Cosmo: Was macht man denn zum Beispiel mit Belegen für die Steuererklärung?

Shia Su: Ich gebe die Steuererklärung elektronisch ab. Wo es geht frage ich nach digitalen Belegen, das klappt immer häufiger. Meine ganzen Bankgeschäfte erledige ich online. Fahrkarten kaufe ich schon lange als mobile Tickets, also brauche ich nur noch mein Handy vorzuzeigen. Das geht inzwischen eigentlich bei allen Verkehrsunternehmen. Bei Eintrittskarten ist ein Online-Ticket manchmal schwierig. Aus irgendeinem Grund wird häufig verlangt, dass das Online-Ticket ausgedruckt wird.

Cosmo: Das ist ganz schön schwachsinnig, denn ich kaufe ein Ticket ja online, damit ich es nicht als Papierticket habe, sondern auf meinem Telefon.

Shia Su: Genau! Ich drucke die Tickets auch prinzipiell nicht aus. Da ist eigentlich immer ein Code drauf, der gescannt wird. Ich halte den Code einfach auf meinem Handy hin und falls wirklich nachgefragt wird, erkläre ich, dass ich keinen Drucker habe – stimmt ja auch – und es zeitlich leider nicht mehr geschafft habe, das Ticket irgendwo ausdrucken zu lassen. Dabei freundlich sein, vielleicht noch einen lustigen Spruch hinterherschieben und dann kommt man eigentlich gut durch.

Stand: 15.04.2018, 15:40