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Kommunalpolitik in Berlin: Alt und grau?

Rotes Rathaus in Berlin

Kommunalpolitik in Berlin: Alt und grau?

Von Rachel Patt

Politiker sind vor allem alt und männlich. Nicht nur in der Kommunal-Politik in Nordrhein-Westfalen. Das Durchschnittsalter liegt zwischen 50 und 70 Jahren und gerade mal 24 Prozent Frauen arbeiten in den Gemeinde- und Stadt-Räten. Das war das Ergebnis einer WDR-Recherche. Nun gibt es die Zahlen zur Hauptstadt.

Politik in Berlin: alt und männlich

COSMO | 04.10.2018 | 02:35 Min.

In Berlin sieht es ähnlich aus wie in NRW. Über zwei Drittel der Bezirksverordneten sind älter als vierzig. Das Durchschnittsalter der Bezirksverordneten liegt bei 52 ein halb. Frauen gibt es auch in Berlin nicht viele. Von 660 Politikern sind nur 251 Frauen, also nur ungefähr ein Drittel.

Die Linke ist die jüngste Partei in der Hauptstadt

Das jüngste Durchschnittsalter haben die Linken und die Grünen. Die älteste Partei ist die AfD mit einem Durchschnittsalter von 53. SPD und CDU gehören auch eher zu den älteren Fraktionen. Und bei der CDU sind unter den Jüngeren ausschließlich Männer.

Wolfgang Fisch ist mit 81 Jahren einer der ältesten Kommunalpolitiker Berlins und ältestes CDU-Mitglied dort. Er sieht die Vorteile daran, dass es viele ältere Menschen in der Politik gibt. Alte Politiker können sich am besten, um die Bedürfnisse von Senioren kümmern, sagt er im Gespräch mit uns. "Also ich sehe das eigentlich ganz positiv. Ich sehe nicht ein, dass die Alten sich in den Sessel setzen und alles auf sich zukommen lassen."

Warum wollen nur wenig junge Menschen Politik machen?

Da schließlich die jüngeren Generationen diejenigen sind, die    noch viel länger noch viel länger mit der Politik der Alten leben müssen, beschäftigt sich auch die Politikwissenschaft mit dieser Frage. "Der Ausgangspunkt einer Auseinandersetzung mit Gesellschaft oder Politik muss etwas sein, was mich ganz persönlich emotionalisiert", sagt Prof. Dr. Andreas Klee von der Universität Bremen. Wenn man sich bedroht fühle, wenn man so etwas wie Angst entwickle. Beispiele dafür seien die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA oder der aktuelle Rechtsruck in Deutschland.          

Nur kleine Abweichungen von 2016 bis heute

Obwohl die Zahlen von den letzten Wahlen von 2016 sind, hat sich bis heute kaum etwas geändert. Es können Mitglieder nachgerückt sein. Das sind aber nur kleine Abweichungen. Die Aussagen sind trotzdem repräsentativ, denn es wurden die Angaben aller Stadtverordneten genommen. Allerdings: Es wurden nur die Parteien mit mindestens 30 Mandanten eingerechnet.

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Das Durchschnittsalter der Bezirksverordneten in Berlin liegt bei 52,5 Jahren. Die "jüngsten" Bezirke sind Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte mit 43,6 Prozent unter 40-Jährigen. Mit 12,7 Prozent Abteil jüngerer Bezirksverordneter sind Reinickendorf und Steglitz-Zehlendorf am "ältesten".

Fast jeder dritte Mandatsträger in Berlin ist 40 oder jünger
41 und älter40 und jünger
71 %29 %

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Den größten Anteil junger Politiker gibt es in den Bezirken Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg. Der Anteil der in Berlin geborenen Politiker ist in Reinickendorf am höchsten.

Anteil junger Politiker in den Berliner Bezirken
Stadtteil40 und jüngerAnteil in Berlin geborener
Charlottenburg-Wilmersdorf32,763,6
Friedrichshain-Kreuzberg43,630,9
Lichtenberg34,536,4
Marzahn-Hellersdorf32,754,5
Mitte43,636,4
Neukölln27,356,4
Pankow27,332,7
Reinickendorf12,774,5
Spandau2065,5
Steglitz-Zehlendorf12,741,8
Tempelhof-Schöneberg29,145,5
Treptow-Köpenick30,949,1

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Der Frauenanteil in den Bezirksverordnetenversammlungen in Berlin liegt im Durchschnitt bei 38 Prozent. Den höchsten Frauenanteil gibt es im Bezirk Tempelhof-Schöneberg mit 45,5 Prozent. Den niedrigsten Anteil mit 32,7 Prozent in Spandau und Marzahn-Hellersdorf.

Frauenanteil in Berliner Bezirksverordnetenversammlungen
MännerFrauen
62 %38 %

Stand: 09.10.2018, 11:00