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Dax-Konzerne und Geflüchtete: Integration mit Hindernissen

Internationale Förderklasse für Geflüchtete in Recklinghausen - Asylbewerber im Job

Dax-Konzerne und Geflüchtete: Integration mit Hindernissen

  • Wie gut sind DAX-Unternehmen bei Integration von Geflüchteten
  • Gemeinsame Umfrage von WDR Cosmo und WDR Wirtschaft
  • Qualifikation und Sprache nach wie vor größtes Problem

An der Umfrage beteiligten sich insgesamt 28 der 31 Unternehmen, die im Jahr 2019 im Dax vertreten waren. Fast alle Unternehmen haben in irgendeiner Form spezielle Programme aufgelegt oder sich an solchen beteiligt: Viele bieten etwa Einstiegsqualifizierungen, um Geflüchtete für eine anschließende Ausbildung vorzubereiten.

Ergebnisse der Recherche #daxrefugees - Gespräch mit Cosmo-Redakteur Samuel Acker

COSMO 10.12.2019 11:41 Min. Verfügbar bis 09.12.2020 COSMO

Thorsten Withake, Leiter der Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion NRW, zu den Ergebnissen von #daxrefugees

COSMO 11.12.2019 05:38 Min. Verfügbar bis 10.12.2020 COSMO

Für Unternehmen, die auch Beschäftigte ohne spezielle Qualifikationen einstellen, ist es leichter, Geflüchtete zu beschäftigen. Beispiel Deutsche Post: Der Konzern beschäftigte im September 2019 rund 4.500 Geflüchtete - die Mehrzahl als "Ungelernte", in der Regel zunächst mit einem Zeitvertrag. Dies ist der mit Abstand höchste Wert von allen Konzernen, die zu diesem Punkt Informationen geliefert haben.

"Deutsche Post sticht heraus" - Cosmo-Redakteur Samuel Acker über das Projekt #daxrefugees

COSMO 10.12.2019 03:16 Min. Verfügbar bis 09.12.2020 COSMO

Geflüchtete bei der Deutschen Post - Arbeiten mit geringer Qualifikation

COSMO 11.12.2019 03:14 Min. Verfügbar bis 10.12.2020 COSMO

Die Datenlage
Klickt auf den Pfeil, um die Informationen abzurufen.

Wie haben die Unternehmen geantwortet?

Alle 30 Dax-Unternehmen und Thyssenkrupp haben in irgendeiner Form (teils auf Nachfrage) auf unsere Anfrage reagiert. Drei Firmen haben geantwortet, dass sie sich nicht beteiligen wollen und gar keine Infos geschickt. Das waren Beiersdorf, Linde und HeidelbergCement. Fünf weitere Dax-Konzerne lieferten keine konkreten Zahlen, sondern nur Infos zu bestehenden oder ehemaligen Programmen: BASF, Deutsche Lufthansa, E.ON, Infineon, MunichRe. Alle anderen 23 Firmen lieferten mehr oder wenige detaillierte Zahlen.

Wie haben wir gefragt?

WDR COSMO und die WDR-Wirtschaftsredaktion haben alle 31 Konzerne, die 2019 im Deutschen Aktienindex vertreten waren (inklusive Thyssenkrupp), mit einem konkreten, einheitlichen Fragebogen angeschrieben. Der Fragenkatalog umfasste vier Themenblöcke mit insgesamt 14 Fragen. Die ersten drei Frageblöcke bezogen sich auf konkrete Zahlen zu Praktika, Ausbildungsstellen und Anstellungen von Geflüchteten in den Konzerne. Im vierten Block haben wir die Unternehmen danach gefragt, ob und wie sie sich darüber hinaus für Geflüchtete engagieren. Außerdem haben wir gefragt, wo sie Hürden und Verbesserungsbedarf sehen, für die Integration von Geflüchteten im Unternehmen.

Wie lautet die Definition von "Geflüchtete"?

Mit dem Fragebogen haben wir den Dax-Konzernen eine Hilfestellung geschickt, wie der Begriff „Geflüchtete“ in der Umfrage zu verstehen ist. Die sah so aus: „Geflüchtete“ bezeichnet im Kontext dieser Umfrage Personen, die aus Fluchtgründen seit dem 1. Januar 2015 nach Deutschland gekommen sind, hier einen Asylantrag gestellt haben und sich aktuell in Deutschland aufhalten.

Falls Sie sich unsicher sind, ob eine Person als „Geflüchteter“ gewertet werden kann: Im Kontext dieser Recherche gilt eine Person als geflüchtet, wenn sie in Deutschland einen Asylantrag gestellt hat und
a) ihr Asylverfahren aktuell noch läuft („Aufenthaltsgestattung“)
b) die Person als Aufenthaltsstatus eine Duldung erhalten hat
c) die Person als Aufenthaltsstatus eine Aufenthaltserlaubnis oder subsidiären Schutz erhalten hat

Trifft mindestens eine der Bedingungen (a, b oder c) zu, handelt es sich um Geflüchtete im Kontext dieser Recherche.

Hürden: Sprache, unklare Vorqualifikation und Bleibeperspektive

Schwieriger ist die Einstellung von Geflüchteten für Unternehmen, die hauptsächlich qualifizierte oder hoch spezialisierte Jobs anbieten. Daimler beispielsweise gibt an, 150 bis 200 Geflüchtete in Festanstellung zu beschäftigen. Hinzu kommen 50 bis 100 Auszubildende.

Als größte Hürde für die Integration nannten die meisten Dax-Konzerne mangelnde Deutschkenntnisse. Am zweithäufigsten eine geringe oder unklare Vorqualifikation. Auch die unsichere Bleibeperspektive für manche Geflüchtete verhindert eine Integration in den Arbeitsmarkt.

Langfristige Belebung des Fachkräftemarkts

Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen andere Untersuchungen: Die Menschen, die seit 2015 nach Deutschland kamen, bieten auf kurze Sicht keine Abhilfe für den Fachkräftemangel, tragen aber auf mittlere und lange Sicht zur Belebung des Arbeitskräftemarktes bei.

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Stand: 10.12.2019, 05:00