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Unterwegs im ewigen Eis

Zwei Schiffe liegen in einem zugefroreren Meer nebeneinander.

Weltweit

Unterwegs im ewigen Eis

Wir nehmen euch mit ins ewige Eis. Die größte Arktis-Forschungsexpedition aller Zeiten, die "Mosaic"-Expedition, läuft gerade unter Federführung des Alfred-Wegener-Instituts. Falk Ebert war dabei. Er ist eigentlich Lehrer in Berlin. Falk hatte die einmalige Chance für einige Wochen mit an Bord zu gehen.

Bildergalerie: Unterwegs im ewigen Eis

Die größte Arktis-Forschungsexpedition aller Zeiten, die "MOSAIC"-Expedition, läuft gerade unter Federführung des Alfred-Wegener-Instituts.

Ein Mensch steht auf einer kleinen Anhöhe vor einem roten Himmel.

Eine Wache hält nach Eisbären Ausschau.

Eine Wache hält nach Eisbären Ausschau.

Zwei Eisbären sind neugierig und nähren sich dem Forschungsschiff "Polarstern".

Die Forscherinnen und Forscher der Expedition führen im Eis ihre Experimente durch. Sie wollen neue Erkenntnisse über den Klimawandel gewinnen.

Falk Ebert aus Berlin durfte für ein paar Wochen an der "Mosaic"-Expedition teilnehmen. Ein einmaliges Erlebnis!

Die nächtliche Fahrt durch den Arktischen Ozean.

Die Polarstern und ihr russisches Begleitschiff "Akademik Fedorov" (rechts).

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 19 Nationen sind seit Ende September auf der "Polarstern" unterwegs. Der deutsche Forschungs-Eisbrecher lässt sich in der Arktis einfrieren und wird ein Jahr mit dem Packeis durch den Arktischen Ozean treiben. Das Ziel: Weitere Erkenntnisse über den Klimawandel sammeln. Falk hatte die einmalige Chance einige Wochen lang mit an Bord zu gehen und einen Einblick in die Forschungs-Expedition zu bekommen. Außerdem will er an Experimenten mitzuarbeiten – damit er später seinen Schülerinnen und Schülern davon erzählen kann. Inzwischen ist er wieder zurück in Deutschland und hat uns im Weltweit-Interview von seiner Reise berichtet.

COSMO: Die Expedition ist in Tromsø, Norwegen gestartet. Wie war die Reise in die Arktis?

Falk Ebert: Die Fahrt war relativ spannend. Wir haben darauf gewartet, dass irgendwann das Eis kommt und uns plötzlich umgibt. Einige der Wissenschaftler, die mit Bord waren, haben gesagt, dass sie auf Reisen vor 20 Jahren teilweise schon am 80. Breitengrad dick vom Eis umgeben waren. Und bei uns war da einfach noch überall Ozean zu sehen. Es hat also relativ lange gedauert bis man von weitem, weißen, endlosen Eis umgeben war.

COSMO: Wann kam das erste Eis?

Falk Ebert: Oh, das weiß ich noch sehr genau: Es war angekündigt, dass wir um 22:00 Uhr die Eiskante erreichen könnten. So ab 20:00 Uhr stand ich draußen und hab immer geguckt, ob jetzt irgendwo mal was kommt. In kompletter Dunkelheit schaut man aufs Wasser, ob das vielleicht irgendwo mal ein kleiner weißer Fleck auftaucht. Dann waren einige kleine Eisstücke zu sehen. Das hat sehr viel Enthusiasmus ausgelöst. Drinnen fand gerade eine Feier statt und alle stürmten nach draußen, guckten nach Eis, fanden erstmal nur kleine Stücke. Aber eine Stunde später waren dann wirklich größere Schollen unterwegs.

COSMO: Was konntest du konkret auf dem Forschungsschiff und in der Arktis machen?

Falk Ebert: Ich hatte drei Gelegenheiten mit aufs Eis zu kommen. Das klingt jetzt relativ wenig, aber für mich ist es aber natürlich eine einmalige Erfahrung. Wir sind in kleineren Gruppen aufs Eis gegangen. Wenn man vorher das Eis vom Schiff aus beobachtet hat, war der Horizont in vielleicht zehn Kilometer Entfernung zu sehen. Und plötzlich steht man auf dem Eis, alles ist weiß, alles ist sehr flach. Am Ende des Horizonts standen in jede Richtung sogenannte Eisbärenwachen. Das sind Männer mit Gewehren, die auf kleinen Erhöhungen standen und geschaut haben, dass uns nirgendwo Eisbären zu nahe kommen.

Wir haben Löcher ins Eis gebohrt und dort Instrumente installiert. Diese Messgeräte fahren im Wasser nach unten. Und die messen unterwegs die Temperatur, die Dichte des Wassers, den Salzgehalt und leiten das Ganze dann per Satellit an ein Büro weiter.

COSMO: Wie kalt war es auf der Reise?

Falk Ebert: Die niedrigste Temperatur, die ich miterlebt habe, war Minus 26 Grad. Da waren teilweise auch noch Personen draußen, die kamen dann wieder aufs Schiff und hatten kleine Eiskristalle in den Augenbrauen und den Haaren, die aus den Skimasken rausgeschaut haben. Das war schon witzig zu sehen. Aber man musste da an der Stelle auch Vorkehrungen treffen, dass die Haut vorher ordentlich eingefettet ist. Denn freie Hautstellen, gerade bei solcher Kälte und Wind, neigen schnell zu Erfrierungen.

COSMO: Was waren deine Highlights auf der Reise?

Falk Ebert: Wale hab ich leider keine gesehen. Obwohl andere Teilnehmer auf der Rückfahrt einige Orcas aus der Entfernung gesehen haben. Ich war zu dem Zeitpunkt leider nicht draußen an Deck. Ich habe Eisbären gesehen. Die sind sehr neugierig gewesen. Eine Eisbär-Mutter mit Kind ist direkt an die Bordwand gekommen und es war nicht sonderlich viel, was uns von den Eisbären getrennt hat. Auf der Rückfahrt haben wir noch grandiose Polarlichter gesehen. Von grün bis lila über den gesamten Himmel, das war sehr beeindruckend!

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Stand: 09.11.2019, 12:05