Live hören
Jetzt läuft: Riders on the storm von The Doors

Sterneküche on the Road

Yves Seeholzer beim Kochen mit ausgebreitetem Zubehör an einem Rastplatz

Cities - Auf Weltreise kochen

Sterneküche on the Road

Von Sümeyra Kaya

Wer schon mal Campen war, der weiß, wie klein der Kochhorizont wird, wenn man nur zwei Pfannen und zwei Herdplatten zur Verfügung hat. Die beiden Schweizer Kochbuchautoren Yves Seeholzer und Iwan Hediger sind durch die Welt gereist und zeigen, was mit einem Campingkocher so alles möglich ist.

Cities - Sterneküche on the Road

COSMO 22.01.2019 13:29 Min. COSMO

Yves Seeholzer und Iwan Hediger waren in Indonesien, Australien und Neuseeland unterwegs, um Rezepte auf kleinem Raum auszuprobieren und sich Inspiration von der jeweiligen landestypischen Küche zu holen. Sie haben Zitronen mit der Hand ausgequetscht und sich Alternativen zum Backofen und Pürierstab überlegt.

Im Wohnmobil an der Westküste Australiens kam aber kein Känguruhfleisch in den Topf, sondern nur vegetarische Zutaten. Die Zwei haben sich bewusst für eine fleischlose Variante der Haute Cuisine entschieden. Schließlich hat Down Under mehr als Schafe und Rinder zu bieten; Macadamianüsse oder Kaffirlimettenblätter zum Beispiel.

Gebratener Reis mit Ananas in einer Ananas

Gebratener Reis mit Ananas

Das On-the-Road-Cooking wurde dann auf den indonesischen Inseln fortgesetzt. Los ging es auf Yogyakarta im Zentrum von Java. Der bekannte Kaffee, den man dort überall riecht, wird in Glasflaschen serviert und hat eine duftende Vanillenote. Jackfrucht-Bäume und Kokosnusspalmen säumen die Straßen - Zutaten, die Yves und Iwan natürlich direkt in ihren Gerichten verarbeitet haben. Nach einer geführten Vulkanwanderung, die beide mit brennenden Augen kurzzeitig verließen, um auf eigene Faust die Natur zu erkunden, wurde es auf Bali etwas spiritueller. Doch nach dem Meditieren wurde nicht gefastet, sondern weiter geschlemmt. Kulinarisch hat Bali schließlich auch einiges zu bieten. Zum Beispiel Tempeh - fermentierte Sojabohnen, denen verschiedene Schimmelpilzarten eingeimpft werden. Zugegeben etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit braunem Reis und Erdnusssauce der perfekte Lunch für die beiden Vegetarier.

Und auch sonst haben sie Fleisch oder Fisch nicht vermisst. Schließlich schmeckt die geräucherte Papaya der Balinesen wie Lachs mit frischem Dill. Dass Gewürznelken an Bäumen wachsen, wurde ihnen bei einem Besuch der Reisfelder klar. Schließlich ernten dafür die Bewohner der Bergdörfer Blüten riesiger Bäume und trocknen sie auf Blechen in der Sonne. "Mir wurde bewusst, für wie selbstverständlich ich dieses Gewürz ansah und es täglich benutze, ohne zu wissen, woher diese Zutat doch eigentlich stammt", staunt Yves nach seiner Rückkehr. Und so haben die zwei nicht nur Neues, sondern auch Bekanntes auf ihren Reisen entdeckt und sind sich bewusst geworden, wie sehr die ganze Welt schon jetzt in unserer heimischen Küche wohnt.

Stand: 21.01.2019, 15:00