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Reisetipp: Neapel - Komm und verliere dich in den Gassen Neapels

Gennaro, Stadtpatron Neapel, gemalt von Jorit. Zu sehen im Viertel Forcella.

Cities - Neapel

Reisetipp: Neapel - Komm und verliere dich in den Gassen Neapels

Von Tiziana Caravante

Neapel ist eine Stadt ohne Kompromisse: Entweder liebt man sie oder man lässt die Finger davon. Wenn man sich entscheidet, sie zu erleben, muss man sich am besten von den Geräuschen, Gerüchen und vor allem von den Menschen, die diese Stadt einzigartig machen, treiben lassen. International wird Neapel als "Place to be" bewertet.

Nicht weit von der Stazione Centrale, in der Nähe von Piazza Mercato, liegt die Trattoria "Ampressa ampress". Der Name des Restaurants bedeutet "schnell, schnell". Seit drei Generationen wird hier neapolitanische Hausmannskost gekocht - zum Beispiel "pasta e fagioli", Nudeln mit Bohnen.

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COSMO 17.12.2019 13:01 Min. Verfügbar bis 16.12.2020 COSMO

Die Sanità - oder die Schönheit wird die Welt retten

Manuel und Philipp kommen aus Deutschland und wollen in zwei Wochen so viele Städte wie möglich sehen. Ihr Trip durch Europa hat sie auch nach Neapel geführt. Sie wollen ihre Ferien abseits der touristischen Hotspots verbringen und haben sich für ein Bed & Breakfast im Rione Sanità entschieden – ein Viertel in Neapel, in dem die Camorra, also die kriminellen Familienclans Neapels, tief verwurzelt ist. Aber in diesem Rione gibt es einen Priester, Don Antonio Loffredo: Er ist der inoffizielle "Bürgermeister" der Sanità und hat viel dafür getan, damit die Menschen ihren Stadtteil nicht verlassen.

Don Antonio hat "La Paranza" (das Fischernetz) ins Leben gerufen, eine Kooperation, die vielen Jugendlichen aus der Sanità, Arbeit und eine Lebensperspektive bietet. Der Pater hat es geschafft, sie für das kulturelle Erbe ihres Viertels zu begeistern. Seit zehn Jahren führen die jungen Leute von der Paranza erfolgreich Touristen durch die Sanità und die Katakomben von San Gennaro und San Gaudioso.

In Neapel ist 365 Tage im Jahr Weihnachten

Es ist eng in der Gasse von San Gregorio Armeno. Touristen und Schaulustige drängen sich vor den Ständen der Hersteller von Krippenfiguren. Tradition und Fortschritt gehen in Neapel Hand in Hand. Seit Jahren gibt es den Trend, in die traditionelle Krippe auch Promis oder Politikern  zu "schmuggeln". Ein römischer Tourist fragt ohne Hemmungen, ob er auch den "Duce", also den ehemaligen, faschistischen Ministerpräsidenten Mussolini, als Krippenfigur haben kann. "Nein", antwortet der Verkäufer, "hier in Neapel hat Mussolini nichts zu suchen - und sie auch nicht, gehen sie weiter!"

Promis als Krippenfiguren

Marco Ferrigno kennt diese Sonderwünsche. Seine Familie ist schon seit 1836 im Krippengeschäft und er weiß, wie er seine Kunden auf den guten Geschmack umstellen kann. Viel braucht er nicht zu machen, der Gang in seinen Laden ist paradiesisch. Die filigran hergestellten Putten, Madonnen und all die Protagonisten für die klassische Krippe begrüßen einen regelrecht - und schon ist es Weihnachten. Übrigens: Die 2019 meistgefragte, nicht-religiöse Krippenfigur ist die von Cristiano Ronaldo, der inzwischen bei Juventus Turin spielt. Das gefällt Marco, der SSC Neapel-Anhänger ist, gar nicht. Doch Geschäft ist Geschäft.

Nachts schläft nur der Vesuv

Wenn die Dunkelheit hereinbricht, lassen die meisten Nordeuropäer die Jalousien runter und gehen schlafen. Nicht so die Neapolitaner. Besonders die Partygänger kommen abends auf ihre Kosten. Man kann im schicken Viertel Chiaia teure Drinks bestellen oder für zwei Euro einen Aperol-Spritz in den Quartieri Spagnoli trinken. Beliebte Treffpunkte für Studenten sind auch die vielen Bars rund um die Piazza Bellini.

Wer sich in den Gassen des Centro Storico, der Altstadt Neapels,verliert, kann hinter den schweren Toren der neapolitanischen Palazzi Clubs entdecken, die nur Insider kennen. Einer davon ist "A'Mbasciata", eine 500 qm große Wohnung, die die Brüder Gianmarco und Giorgio Sannino gemietet und mit viel Arbeit restauriert haben. Abends finden in A' Mbasciata – ein neapolitanisches Wort, das "ich muss dir was sagen" bedeutet – DJ-Sets und Konzerte statt, aber auch Ausstellungen von jungen Künstlern.

Stand: 17.12.2019, 10:00