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Per Anhalter um die Welt

Lisa und Julia Hermes auf einem Segelboot

Cities - Weltreise

Per Anhalter um die Welt

Von Giusi Valentini

Lisa und Julia Hermes sind Ende 20 und seit mehr als einem Jahr in der Welt unterwegs – mit Rucksack, Zelt und einer Vision. Die Fotojournalistin Lisa und die Psychologin Julia sind auf der Suche nach Utopien. Für die nächsten drei oder vier Jahre, so genau wissen es die beiden Schwestern noch nicht.

Ein 70-Liter-Rucksack auf dem Rücken, Zelt, Kocher, Moskitospray und ein Budget von 150 Euro im Monat für jede Schwester. Mehr brauchen Lisa und Julia Hermes nicht, um ein paar Jahre on the road zu sein. Naja, eine Foto- und Videoausrüstung und einen Rechner haben die beiden auch noch dabei, um ihren Reise-Blog zu bestücken. Mit den Artikeln, mit Fotos und mit Straßenmusik finanzieren sie ihre Reise.

Die Route

Lisa und Julia Hermes in einem Kanu

Drei Monate im Kanu auf dem Amazonas

Lisas und Julias Reise begann im Juli 2017 in Deutschland, ohne Flugzeug, sondern per Anhalter, zu Fuß, mit dem Segelboot, auf dem Fahrrad, dem Pferd oder mit Bus und Bahn. Zunächst machten sich die beiden auf den Weg in Richtung Frankreich, Spanien und Portugal. Von dort trampten sie per Anhalter 21 Tage lang auf einem Segelboot über den atlantischen Ozean. "21 Tage nur blaues Meer sehen, das ist schon eine Herausforderung", sagt Lisa. In Südamerika haben sie im Kanu den Amazonas erkundet.

Nun sind sie in Buenos Aires in Argentinien. Von dort wird sie ihr Weg wieder Richtung Norden bis nach Alaska führen. Auf der Route stehen noch Russland, die Mongolei, Georgien und dann möchten die beiden über den Balkan zurück nach Deutschland. Drei oder vier Jahre werden sie wohl noch unterwegs sein, schätzen Julia und Lisa. Festlegen wollen sie sich nicht.

Die Vision

Einfach ein bisschen Backpacking, eine kurze Auszeit und dann wieder zurück - das war Lisa und Julia zu wenig. Eine Weltreise aber, so schien es den beiden, sei zu utopisch. Und so kamen sie auf die Idee: "Warum suchen wir nicht weltweit Utopien und dokumentieren sie?" Inzwischen sind die beiden seit einem Jahr unterwegs, führen einen Blog und filmen Aussteiger*innen, Menschen, die in Ökodörfern leben und politische Aktivist*innen. Die beiden lassen sich von ihrer Neugier führen: Wie leben diese Menschen? Welche Konflikte beschäftigen sie? Wie sieht ihre Lösung aus? Und wie können ihre Ideen und Träume uns als Anregungen für eine lebenswerte Zukunft dienen?

Die Freiheit

Lisa und Julia sehen die Welt inzwischen mit anderen Augen: Eine warme Dusche oder eine Nacht auf einer weichen Matratze ist für sie Luxus. "Eigentlich fehlt uns nichts", sagt Julia. "Manchmal, wenn wir mit unseren Rucksäcken an der Straße stehen, denken wir, es ist unglaublich, dass alles, was du wirklich brauchst, in einen 70-Liter-Rucksack passt." Und Lisa fügt hinzu: "Unser Zuhause ist überall. Alles, was wir brauchen, tragen wir auf dem Rücken. Das ist Freiheit."

Cities - Per Anhalter um die Welt

COSMO | 11.09.2018 | 13:20 Min.

Folge der Reise von Lisa und Julia auf ihrem Blog

Stand: 11.09.2018, 10:00