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Surf & Yoga-Retreats – Mehr als nur Urlaub?

Surf- und Yoga-Camp in Frankreich

Cities - Frankreich

Surf & Yoga-Retreats – Mehr als nur Urlaub?

Von Nele Posthausen

Das Meer, die Natur, Yoga und du selbst: Surf- und -Yoga-Urlaube versprechen die innere Heilung, absolute Entspannung – und dass wir eine hippe Sportart lernen: das Surfen.

Das Beruhigende ist, dass auch Profis nicht der Ansicht sind, dass man Surfen innerhalb von nur einer Woche lernen kann. Deswegen sind Surf- und Yoga-Retreats mit Einsteigerkursen eher an Neugierige gerichtet – und an Leute, die kein Problem mit Scheitern haben. Die Entspannung folgt dabei der Logik von Kuraufenthalten: strikter Zeitplan, wenig Zerstreuung. Sieben Uhr aufstehen, Acht Uhr Yoga, Zehn Uhr Frühstück, mittags in die Wellen zum Surfkurs und dann abends wieder Yoga. Während man dann so von Aktivität zu Aktivität durch den Urlaub gleitet, bleibt gar keine Zeit für den üblichen Stress: den Zwang, im Urlaub etwas Krasses erleben zu müssen oder die Vorstellung, jeden Tag einen neuen Ort abhaken zu wollen.

Surfen und Yoga – eine logische Verbindung

Woher die Verbindung von Surfen und Yoga zum gemeinsamen Urlaubsspaß genau kommt, dazu gibt es verschiedene Theorien. Thomas Zielinski ist leidenschaftlicher Surfer, später hat er zum Yoga gefunden. Er sagt heute, für ihn sei beides spirituell: "Diese Erfahrung, kleiner zu sein, als was Größeres. Beim Surfen ganz klar das Meer. Man darf keine großen Erwartungen haben. Und im Yoga ist es genauso. Du hast keinen großen Einfluss auf das, was kommt. Und das finde ich bei beidem sehr schön". Für ihn ergibt auch das Stärken des Oberkörpers und der Balance durch Yoga Sinn. Die gleichen Muskeln werden im Surfsport benötigt.

Der gewollt weibliche Surf-Urlaub

Eine etwas andere Erklärung dafür, dass immer mehr dieser Retreats angeboten werden, ist die, dass das Surfen ein männerdominierter Sport ist. Reiseveranstalter Uli Scherb erzählt davon, dass Familienurlaube in Surfcamps für die mitgereisten Frauen oft Langeweile bedeutet haben: "Alle anderen hatten abends was zu erzählen, sportliche Erlebnisse zu teilen – nur die Frauen nicht.

Cities - Frankreich - Surf und Yoga-Retreat

COSMO 13.08.2019 09:49 Min. Verfügbar bis 12.08.2020 COSMO

Surf- und Yoga-Camp in Frankreich

Da kam die Idee, dass man das auch mit Yoga komplementieren könnte." Dass das tatsächlich viele Frauen anlockt, zeigt sich in den entsprechenden Anmeldungen. Viele Frauen, die schon Yoga-Erfahrung haben, kommen neugierig ins Surfcamp und machen dann ihre ersten Stehversuche. Es ist ein lockerer Einstieg für mehr Diversität in den Wellen.

CO2 sparen – nach Frankreich fahren

Klar machen sich die romantischen Bilder vom Surfen an Balis Traumständen oder dem abhängen auf "Indo" auf Instagram super. Für Surfeinsteiger ist es aber absolut nicht nötig, dahin zu fahren, wo sie eine Welle erwartet, die zwölf Fuß hoch ist. Stattdessen reicht es, sich einen halben Tag in den Zug zu setzen und an Frankreichs Atlantikküste wieder auszusteigen. Hier sind mittlerweile so viele Surfcamps und Yoga-Schulen aus dem Boden geschossen, dass die Fortgeschrittenen lieber einen Bogen um die einschlägigen Orte wie Vieux-Boucau oder Moliets machen. Für Anfängerinnen sind sie aber perfekt: kurze Wege zum Strand, seichte Unterhaltung und immer ist jemand im Wasser, der eine erschöpfte Person zur Not rausfischen würde. Dazu kommt: Wer nach Frankreich fährt, verballert nicht gleich seinen CO2-Bedarf für die nächsten zwei Jahre in nur einer Woche.

Stand: 13.08.2019, 10:00