Live hören
Jetzt läuft: Yo x Ti, Tu x Mi von Rosalía & Ozuna

Komfort und Nostalgie auf Schienen – mit dem Zug durch Afrika

Rovos Rail, Zugstrecke durch Afrika

Cities - Afrika

Komfort und Nostalgie auf Schienen – mit dem Zug durch Afrika

Von Jana Genth

Wer nach Südafrika kommt, denkt meist an Safari und Meer. Man kann es sich aber auch im Zug so richtig gut gehen lassen. Eine Fahrt mit dem Rovos Rail bietet Luxus, Entspannung und Genuss – aber nicht für Backpacker.

Cities - Mit dem Zug durch Afrika

COSMO 06.08.2019 09:41 Min. Verfügbar bis 05.08.2020 COSMO

30 Jahre alt und schon eine Legende

Rovos Rail, Zugstrecke durch Afrika

Angefangen hat alles mit der Vorstellung eines Eisenbahn-Freaks einen Salon-Wagen für seine Familie zu kaufen. Daraus wurde der Rovos Rail, der prestigeträchtigste Luxus-Zug der Welt, der seit 30 Jahren durch Afrika fährt. Er fährt über Kapstadt und Pretoria, vorbei an den Victoria-Fällen und dem Krüger Nationalpark. Und zwischen Dar Es Salaam in Tansania oder Sossusvlei und Walvis Bay in Namibia. Vielversprechend nennt er sich "Pride of Africa", der Stolz Afrikas. Und natürlich sieht man Tiere: Auf der Strecke zwischen Pretoria und Kapstadt zum Beispiel Flamingos, Paviane oder Impala-Antilopen.

Fast schon koloniales Ambiente mit 1a Service

Rovos Rail, Zugstrecke durch Afrika

Der Zug mit 21 Waggons fährt entlang von Berghängen, durch karge Landschaften, Halbwüsten und wunderbar grüne Weinanbaugebiete. Das Rattern der Waggons prägt den Geräuschpegel Tag und Nacht. Was nervig klingen mag, ist, wenn man sich darauf einlässt, unheimlich beruhigend. Im Zug gibt es sehr gutes Essen. Mittags und abends wird ein 3-Gänge-Menü mit Wein serviert, der Zimmerservice sortiert jede Kabine regelmäßig geduldig und ausgefeilt stilvoll. Das Ambiente wirkt wie vor 100 Jahren. Die dunkle Holzverkleidung und der stilvolle Komfort verleihen der altehrwürdigen Bahn einen Hauch von Zauber.

Im fahrenden Zug zum Stillstand verdammt – und zum Miteinander

Rovos Rail, Zugstrecke durch Afrika

Reisen ohne Action oder ständiges Entertainment ist ungewohnt. Was einen 27-jährigen US-Amerikaner Omar ganz zappelig machte, ist die Philosophie des Rovos Rails. Es gibt kein WLAN, Reisende sollen miteinander sprechen. Genau das tut auch, wer auch immer sich im Lounge-Wagen oder auf dem Aussichtsdeck niederlässt. "Digital Detox" ist die Devise. Während die Landschaften bei maximal 60 km/h vorbei ziehen, plappert man mit Richtern, Weinhändlern, Lehrern oder Schauspielern, weil man gar nicht anders kann. Und irgendwann merkt man, dass das tatsächlich eine schöne Atmosphäre ist. Obwohl sie in ihrem Alltag ständig Parties feiert, meinte eine 22-jährige Studentin aus Pretoria: "Ich habe hier meinen Frieden – das ist wundervoll."

Wirklich ein No-Go für Budget-Reisende?

Wer eine Vuvuzela kaufen will und den Schlabber-Look mag, für den ist der Rovos Rail nichts. Zum Dinner ist Abendgarderobe gewünscht, zum Tee am Nachmittag werden feine Häppchen, Kuchen oder Obstspieße gereicht. Preiswert ist die Reise nicht – ein Kurztrip kostet pro Person etwa 1.600 Euro. Auf jeden Fall eine besondere Erfahrung, die auch Omar am Ende nicht bereut hat.

Stand: 05.08.2019, 16:37