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Cooles, kreatives Moskau - die russische Metropole im Wandel

Legendäre Fontäne im Gorky Park

Cities - Moskau

Cooles, kreatives Moskau - die russische Metropole im Wandel

Von Martha Wilczynski-Bartels

Soviel ist klar: Moskau ist keine Stadt für Anfänger. Sie ist laut, stressig und manchmal auch hart. Aber die vielen grünen Oasen und neu entstehenden Kreativ-Räume machen es auch für Russland-Neulinge immer leichter, diese Stadt zu lieben.

Cities - Moskau

COSMO 16.07.2019 10:15 Min. Verfügbar bis 15.07.2020 COSMO

Die große Fontäne direkt am Eingang des Gorky Parks ist noch immer eine der Hauptattraktionen. Ansonsten aber ist in dem berühmtesten Park Moskaus kaum noch etwas so, wie es früher einmal war: vor einigen Jahren ist er komplett neugestaltet worden. Von einer schrammeligen, noch immer sowjetisch anmutenden Parkanlage zum coolen "Place to be". Große Sitzkissen auf den Grünflächen, eine Tanzfläche mit kostenlosen Lindy Hop- und Yoga-Kursen, Open-Air-Kino, Street-Food – vor allem im Sommer überbietet sich der Gorky Park fast jeden Tag selbst. Dazu das Garage-Museum für zeitgenössische Kunst, für das allein, es sich vorbeizuschauen lohnt.

Stadt öffnet sich

Aber auch in der Stadt selbst gibt es von Jahr zu Jahr immer mehr Orte, die einen Kontrast bieten zu dem teilweise harten Beton-Dschungel. Denn auch die Innenstadt Moskaus ist in den vergangenen Jahren einmal komplett umgekrempelt worden. Breitere Gehwege, neue Bänke, Straßencafés. So fangen auch die Moskauer langsam an, so etwas wie eine Piazza-Kultur zu entwickeln. Hinzu kommen neue Kreativ-Räume, in denen sich gerade junge Künstler austoben können. Es ist nicht so richtig self-made, da die Gelände oft einem reichen Investor gehören, der die Galerien und kleinen Shops vermietet. Und der auch auswählt, wer dort ausstellen darf. Ein Besuch in einem sogenannten Art-Cluster, wie zum Beispiel dem "Vinzavod" gibt aber dennoch einen guten Einblick, was sich in der jungen Kunstszene so tut.

Clubs als Kreativ-Räume

Noch einmal freier geht es in der Moskauer Club-Szene zu. Gerade in den neueren Techno- und Electro-Clubs verschmelzen Sound, Licht und Rauminstallationen zu einem großen Gesamtkunstwerk. Das "Mutabor" zum Beispiel, ein relativ junger Club in einem Industriegebiet am Rande der Innenstadt, baut seine Räume nahezu wöchentlich um – und zwar richtig aufwändig. Clubs wie diese haben es in Moskau aber nicht ganz leicht. Oft verschwinden sie nach einem oder zwei Jahren aus Gründen, die offiziell so richtig niemand nennen mag. Aber die Szene ist aktiv, sucht sich immer wieder neue Wege – auch abseits der von der Stadt so schönen, neugestalteten Räume.

Stand: 16.07.2019, 15:00