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Gebrauchsanweisung für Iran

Teheran

Cities - Iran

Gebrauchsanweisung für Iran

Von Bamdad Esmaili

Über den Iran hören wir in den Medien immer wieder - aber vor allem von der strengen Politik der Machthaber. Die Journalistin und Buchautorin Bita Schafi-Neya vermittelt in ihrem Buch "Gebrauchsanweisung für Iran" ein anderes Bild.

Cities - Gebrauchsanweisung für Iran

COSMO 05.03.2019 12:02 Min. COSMO

Mit dem Auto bis nach Teheran

Vali-Asr-Straße von Teheran, Iran

Auf der Vali-Asr-Straße von Teheran

Die Autorin hat einen iranischen Vater und eine deutsche Mutter und ist regelmäßig im Iran. Im Frühjahr 2015 hat sie mit ihrer Familie beschlossen in den Sommerferien mit dem Auto in den Iran zu reisen. Klingt lustig, ist aber nicht so einfach, beschreibt sie. Aber in sechs Wochen über vierzehn Länder zu reisen und 10.000 Kilometer zu fahren hatte auch was Abenteuerliches. Ihre Freunde und Familie fanden die Idee nicht besonders gut, schließlich genießt der Iran nach Außen keinen positiven Ruf. Aber Bita Schafi-Neya möchte mit Klischees und Vorurteilen aufräumen, der Iran sei "ein touristisch eher unerschlossenes Land, was seinen Reiz aus macht".

Verbote - "unsichtbar", aber doch da

Garten von Shiraz, Iran

Verliebtes Paar im Garten von Shiraz

Klar, kann man nicht am Straßenrand in Teheran im Cafe sitzen und ein Bier oder Cocktail trinken. Dennoch haben die Iraner seit der islamischen Revolution vor genau 40 Jahren gelernt mit den Verboten und Einschränkungen umzugehen. Bita Schafi-Neya beschreibt die Iraner als fröhlich, höflich und gastfreundlich. "Immer wenn ich in meine zweite Heimat fliege, dann bin ich ein anderer Mensch. Weil alles plötzlich so leichtfüßig ist. Während viele Menschen in Deutschland gestresst und genervt durch die Strassen laufen, hat das Leben im Iran eine angenehme Unbeschwertheit". Trotz vieler gesellschaftlicher Verbote, nach denen unliierte Männer und Frauen sich nicht offen treffen und daten können, gibt es andere Möglichkeiten zum Kennenlernen. Zum Beispiel im Stau! Abends verwandelt sich die Valiasr-Strasse in eine Kontaktbörse, beobachtet die Autorin. Immer Stoßstange an Stoßstange träfe man dort Autoinsassen, die mit Frauen flirten und blitzschnell Telefonnummern austauschen.

Undentdeckte Flecken   

Imam Khomeini Platz in Isfahan

Imam Khomeini Platz in Isfahan

Auf ihren Reisen hat Bita Schafi-Neya viele Städte und Dörfer im Iran besucht, die wir hier im Westen kaum kennen. Die malerische Route am Kaspischen Meer zieht viele Iraner aus Teheran an, um den Großstadtstress zu entfliehen. Auf dem Weg nach Norden sieht man vor allem grüne Wälder und duftende Reisfelder. Wer lieber Richtung Süden fahren will, sollte unbedingt in Isfahan und vor allem Yazd Halt machen. Eine "Wüstenstadt wie im Bilderbuch" und eine der ältesten Städte Irans. Dort kann man die größte Zoroastrier-Gemeinde treffen, die das Feuer respektiert und in ihren Tempeln die "heilige Flamme" aufbewahrt.

Stand: 19.02.2019, 10:30