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Georgien, ein Land mit der Vielfalt eines Kontinents

Weinernte in Georgien

Cities - Georgien

Georgien, ein Land mit der Vielfalt eines Kontinents

Von Katharina Heinrich

"Gamardschoba Genazvale- Hallo Freund", so begrüßt man sich in Georgien. Ein Land, das zwischen dem Schwarzen Meer, dem Kaspischen Meer und dem Kaukasus liegt, fast so groß ist wie Bayern, aber die Vielfalt eines ganzen Kontinents bietet.  

Cities - Georgien

COSMO | 09.10.2018 | 12:43 Min.

Schon zu Sowjetzeiten galt Georgien als Haute Cusine

Dank des subtropischen Klimas an der Küste und des kontinentalen im restlichen Land wachsen in Georgien, Mandarinen, Khakis, Avocados, Kiwis,  aber auch Wallnüsse, Bohnen und Tomaten. Und natürlich Kräuter. Sie gehören zu jeder Mahlzeit und werden Bündelweise bei Tisch serviert. Schon in der Sowjetzeiten galt georgische Küche als Haute Kusine, war berühmt für seine Walnussoßen, sein gegrilltes Fleisch und gegrilltes Gemüse. Schaschlik übrigens, ist hier das Nationalgericht und wird an fast ein Meter langen Spießen serviert, mit denen man sich zur Not auch verteidigen kann. Den vielfältigen Gemüsegerichten nach zu urteilen muss Georgien auch die "Mutter der veganen Küche" sein.

Das georgische Brot, ein Muss  bei jeder Malzeit wird in dickwangigen Tonöfen gebacken, die wie Tongefäße aussehen. Mit Schwung klatscht der Bäcker die Teigfladen an die Innenwand des Ofens und holt sie später mit einem Haken aus dem Ofen heraus. Berühmt ist Georgien auch für Tschurtschchellas, mit Sirup aus Trauben oder Granatäpfeln überzogene und getrocknete Wall- oder Haselnüsse.

Mit Wein hält man sich jung

Es heiß, die Georgier, von denen viele 90 Jahre alt und älter werden, halten sich mit Wein jung. Zum Beispiel mit dem schwarzen Wein aus Elisabethal, das heute Assuretien heißt. Das Dorf  wurde vor 200 Jahren von deutschen Auswanderern gegründet. Der Legende nach fand ein deutscher Bauer die Schalla-Rebe als wilden Wein im umliegenden Wald und kultivierte sie. Die deutschen Bewohner wurden im Zweiten Weltkrieg nach Sibirien oder Kasachstan deportiert. Übrig geblieben sind Fachwerkhäuser und der trockene Rotwein aus der Schalla-Taube, der von Georgiern gekeltert wird.

80 Meter unter der Erde sieht es aus wie in einer Disko

In den 80-er Jahren suchten sowjetische Wissenschaftler für den Fall des Atomkriegs nach unterirdischen Höhlen, um dort Bunker zu erreichen. Sie fanden ein vermutlich 100 Kilometer langes Höhlensystem, das bis heute nicht vollständig erschlossen worden ist. Es ist die Prometheus Höhlen unweit von Kutaisi. Heute kann man das Höhlensystem unter der Erde auf einer Wanderung besichtigen,  umgeben von Stalaktiten, Stalagmiten und  versteinernden Wasserfällen,  die von bunten Lampen angeleuchtet werden. Eine romantische Glitzerwelt 80 Meter unter der Erde, in der man sogar standesamtlich getraut werden kann.  Wem das zu romantisch ist, der kann begleitet  von  Fledermauskolonien dreizehn Kilometer lang durch Höhlen wandern,  in engen Gängen kriechen und durch unterirdische Bäche waten. Das Ziel der anstrengen Wanderung ist  ein überirdischer Bergsee.

Chiatura- eine der der vielen Seilbahnen in der Stadt

Chiatura- die Stadt der vielen Seilbahnen

In Chiatura, einer ehemaligen Minenstadt,  entdeckt man die Welt von oben, aus uralten Seilbahnen, bei denen lediglich die Seile neu, der Rest aber vorsintflutlich sind. Schaut man in Chiatura in den Himmel, dann sieht man unzählige Seile,  von funktionierenden und stillgelegten Seilbahnen oder Talstationen, von denen früher bis zu drei Seilbahnen in verschiedene Richtungen ausgingen. Viele der stillgelegten Seilbahnen wirken entweder trostlos, dem Verfall preisgegeben oder vorsintflutlich. Aber das hat auch seinen Reiz – und einen gewissen Nervenkitzel.

Stand: 09.10.2018, 10:00