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Metropole des Senegal

Blick auf Dakar

Cities - Dakar

Metropole des Senegal

Von Barbara Schmickler

Dakar ist der westlichste Punkt des afrikanischen Kontinents und ragt in den Atlantik hinein. Deutschsprachige Reiseführer für die senegalesische Hauptstadt gibt es kaum. Dabei ist Dakar ein tolles Ziel für einen Stadturlaub mit Strand.

Cities - Dakar

COSMO | 13.02.2018 | 10:46 Min.

Wer die Stadt erkunden will, ist auf ein Auto angewiesen. Nicht immer entspricht das dann unseren Vorstellungen: Der fette SUV fährt in Dakar ganz selbstverständlich neben der Schrottkarre. Ein Taxi mit kaputtem Tacho, ohne Gurte und mit wackelnder Rückbank – keine Seltenheit. Dakar ist laut, ständig steht man im Stau, und trotzdem ist es die Reise wert. Denn obwohl es in der senegalesischen Hauptstadt die meiste Zeit des Jahres sehr heiß ist und der Gestank der Autoabgase nervt, sind die Bewohner in Bewegung.

Die Stadt der Sportverrückten

Viele Menschen in Dakar joggen, egal wie stark die Sonne brennt. Ein miefiges Fitnessstudio war gestern. An der wunderschönen Küstenstraße von Dakar, der Corniche, stehen an mehreren Stellen Fitnessgeräte direkt am Strand. Die Menschen aus Dakar nutzen diese und schauen bei ihren Übungen aufs Meer. Wer es besonders sportlich mag, sollte einen Ringkampf anschauen, denn Ringkampf gilt im Senegal als Volkssport Nummer 1.

Arm und reich ganz dicht zusammen

Im Senegal lebt ungefähr jeder Zweite unter der Armutsgrenze. Dieses Gefälle wird auch in Senegals Hauptstadt Dakar deutlich. Das Viertel Les Almadies liegt am westlichsten Punkt der Stadt und ist  für seine Luxushotels und die ausländischen Botschaften bekannt. Dementsprechend gut gesichert ist der Stadtteil. Auch dort findet sich eine Oase fernab von Touristenrummel und Expat-Blase. Den Strand säumen einige einfache Meeresfrüchteimbisse. An den Tischen sitzen Pärchen und Familien. Manche Imbissbesitzer züchten ihre Meeresfrüchte selbst.

Sklaveninsel - Vergangenheit, die nachwirkt

Die ehemalige Sklaveninsel Gorée

Blick auf die ehemalige Sklaveninsel Gorée

Die Insel Gorée ist nur eine halbe Stunde mit dem Boot von Dakar entfernt. Seit 1978 gehört sie zum Weltkulturerbe. Früher war Gorée ein wichtiger Umschlagplatz des Sklavenhandels. Im "Maison des Esclaves", einem früheren Handelshaus dokumentieren Originalskizzen die Pläne, um möglichst viele Menschen auf kleinstmöglichem Raum über den Ozean zu transportieren. Dass Menschen die Überfahrt nicht überleben, wurde dabei bereits einkalkuliert. Boubacar wurde auf Gorée geboren, heute führt er Besucher über seine Insel. Ihm ist wichtig, dass das, was damals passiert ist, nicht vergessen wird. Boubacar zeigt auf eine der Türen in der Maison des Esclaves. "Wir nennen sie die 'Tür ohne Wiederkehr', sagt er. "Wer durch sie hindurchging und als Sklave verschifft wurde, hat die Insel danach nie wiedergesehen."

Stand: 13.02.2018, 10:31