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Die hippste Stadt der Welt

Brighton - spacige Aussichtskanzel

Cities - Brighton

Die hippste Stadt der Welt

Von Judith Koch

Schmuddelwetter, schlechtes Essen und britische Reserviertheit? Nicht so in Brighton. Das „London by the Sea“ am Ärmelkanal ist Großbritanniens ältestes und bekanntestes Seebad – und lockt mit zahlreichen Sonnenstunden, Künstlern und einer lebendigen alternativen Szene.

Cities - Brighton

COSMO | 10.07.2018 | 10:21 Min.

In Englands heimlicher Hauptstadt für Kreative verschmelzen Historie, hipper Lifestyle und Strandfeeling zu einem einzigartigen Mix. Brighton wurde kürzlich zum Hipster-Hauptquartier 2018 gekürt und hat damit von 446 getesteten Städten die größte Anzahl veganer Restaurants, Coffeeshops, Tattoostudios, Vintage-Boutiquen und Plattenläden pro 100.000 Einwohner. Das alternative Geschäftsviertel „North Laines“ macht der Auszeichnung alle Ehre. Besucher aus aller Welt kommen hierher, um in Plattenläden und Vintage-Shops zu stöbern, Kaffee zu trinken und veganen Kuchen zu essen.

Extravaganz aus Tradition

Brighton ist eine weltoffene Stadt, zukunftsgewandt und schrill. Viele Einwohner führen das auf King George IV zurück, dem Exzentriker und Lebemann, der hier 1815 seinen Pavillon erbauen ließ. Der Palast im indischen Stil ist das Wahrzeichen der Stadt und heute ein Museum. Indische Mogulpaläste dienten als Vorbild für die Außenfassade, das Palast-Innere ist in chinesischem Stil gehalten. Viele Spiegel und optische Täuschungen sollten das kleine Lustschloss größer wirken lassen. Über Geheimgänge konnte King George, der ein echter Frauenheld war, unbemerkt zu seinen Maitressen verschwinden. George lud zu regelmäßigen Dinners ein, er liebte ausschweifende Feste.

Brighton - Choccywoccydoodah

Brightons geheime Schokoladenfabrik

Der Sinn für Überschwänglichkeit und Luxus ist noch heute an manchen Orten zu spüren, wie zum Beispiel im Choccywoccydoodah, dem extravagantesten Schokoladengeschäft des Landes. Hier türmen sich nicht nur Pralinen und Torten in allen Farben und Formen. Wer will und das verträgt, kann in den Räumen auf der oberen Etage extravagante Schokoladen-Menüs bestellen. Serviert wird ein großer Schokoladentopf zu dem alles Mögliche zum Dippen gereicht wird: Brownies, Honigwaben, Erdbeeren, englischer Trifle, ein Bisquitkuchen mit Sahne und Früchten. Dazu gibt es heiße Schokolade und Erdbeer-Champagner-Milchshake. Die Mitarbeiter müssen eine Schweigepflicht unterschreiben, bevor sie anfangen können, hier zu arbeiten. Den Ort, an dem die Schokolade hergestellt wird, dürfen sie nämlich nicht verraten. 

Brighton aus der Luft

An Brightons Strandpromenade gibt es neben dem berühmten Brighton Pier eine neue Attraktion: das British Airways i360. Der futuristische Aussichtsturm wurde von dem Architekten-Duo des London Eye, Marks and Barfield, entworfen. Ein Stilbruch, der in keine andere Stadt besser passen könnte, finden die einen. Ein modernes Scheusal, das nicht zum viktorianischen Flair der Strandpromenade passt, sagen die anderen. Die Aussicht, die sich auf der rund 20-minütigen Fahrt bietet, ist spektakulär. Bis zu 40 Kilometer weit kann man bei gutem Wetter gucken. Durch die Glasscheibe fällt der Blick auf schneeweiße Kreideklippen. Nicht weit entfernt liegen die Yachten an den Anlegestellen des Hafens Marina. Im Westen erstrahlen viktorianische Häuserfassaden im Sonnenlicht.

Stand: 10.07.2018, 09:00