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Äthiopiens boomende Hauptstadt

Skyline vonAddis Abeba

Cities - Addis Abeba

Äthiopiens boomende Hauptstadt

Von Hindia Kiflai-Monim

Wer sich auf die heimliche Hauptstadt des Kontinents Afrika einlässt, wird viel Spaß haben. Addis Abeba beeindruckt mit seinen Gegensätzen von alt und neu und ist Heimat eines menschgewordenen Gottes.

Bole ist das In-Viertel der Stadt. Hier reiht sich ein Hotel an das andere. Glänzende Bürogebäude stehen neben neu gebauten Shopping Malls und immer wieder wird diese moderne Szenerie von Baugerüsten und Kirchen unterbrochen. Die Straßen sind ewig breit. Am Wochenende schlendern junge Menschen hier gerne entlang und trinken Kaffee - entweder in den Hipsterläden, die aussehen wie Starbucks bei uns und Kaldis heißen oder ganz traditionell bei einer der vielen Frauen, die ihren Kaffee frisch rösten, mahlen und vor Ort brühen.

Kaffee in Addis Abeba

Kaffee ist ein wichtiger Bestandteil der Äthiopischen Kultur, Äthiopien, so hört man hier immer wieder, sei schließlich das Ursprungsland des Kaffees. Immerhin ist das Heißgetränk nach der Region Kaffa im Landesinneren benannt worden. Für Umgerechnet 20 Cent bekommt man eine kleine Tasse des Mokkas, der es ganz schön in sich hat. Achtung, wer es nicht süß mag, sollte das vorher dazu sagen.

Ein Paradies für Vegetarier

Im Bole-Viertel gibt es auch etliche neue wie alte Restaurants und Klubs, die man gesehen haben sollte. Entweder einfach durch das Viertel laufen oder direkt ins Bata gehen. Hier trifft man auf Locals, ebenso wie auf Leute aus der Diaspora oder westliche Expats. Zu Essen gibt es traditionelles Injera - das Fladenbrot, das aus Sauerteig gemacht wird und Sättigungsbeilage und Besteck zu gleich ist. Dazu gibt es unendliche Toppings, die meist scharf und kräftig gewürzt sind.

Cities - Addis Abeba

COSMO | 27.06.2017 | 12:57 Min.

Für Veganer ist Addis Abeba ein absolutes Paradies, denn die Einteilung der Speisen in Restaurants verläuft nicht nach Vor- und Hauptspeise, wie wir es gewohnt sind, sondern nach Fasten- und nicht Fastenessen. Und Fasten, dass können die Menschen in Addis ganz gut: Rund 50 Tage vor Ostern und Weihnachten, außerdem viele Tage dazwischen und die strengen Christen fasten zusätzlich jeden Mittwoch und Freitag. Fasten in Äthiopien heißt, sich vegan zu ernähren.

Wem nach internationaler Küche ist: Pizza, Pasta, Burger - das alles gibt es in Addis Abeba in Hülle und Fülle. Den besten Burger der Stadt machen die Jungs und Mädels von Sishu Burger im Stadtteil Kera. Gebraten wird in einer eindrucksvollen Location - eine alte Industriehalle, die vom in den USA aufgewachsenen Matthews Teshome in ein urbanes Hang-Out für Burgerliebhaber verwandelt worden ist.

Schick und aufgebretzelt geht es durch die Nacht

Wenn die Sonne in Addis Abeba untergegangen ist und die jungen Menschen Richtung Club und Bar strömen, sollte man sich schick machen. Für das Ausgehen werfen sich die Damen und Herren der Stadt gerne so richtig in Schale. Place to be sind die Restaurant-Clubs wie beispielsweise Yod Abesynia. Ein riesiger Laden. Vorne ist eine Bühne, auf der die verschiedenen ethnischen Gruppen Äthiopiens ihre Tänze performen. Wer zu nah an der Bühne sitzt, könnte zum Mittanzen aufgefordert und auf die Bühne geholt werden. Das alles ist wahnsinnig schön anzuschauen, weil der Nationaltanz Eskista einfach unglaublich ist. Die Schultern bewegen sich dabei absolut im Beat und das unabhängig vom restlichen Körper.

Auch wird in den Discos wie dem AV Club gefeiert, der zu einem Hotel gehört und genauso auch in München oder London stehen könnte. Die Musik ist sehr gemischt und reicht von Songs aus den verschiedenen afrikanischen Ländern über äthiopische Musik hin bis zu Pop wie Ed Sheerans "Shape Of You".

Markt in Addis Abeba

Wer davon genug Zuhause hat, der sollte sich in die Jazzclubs begeben. Jazz hat eine lange Tradition in Äthiopien und der Vater des Ethiojazz, Mulate Astatke, lebt und lehrt in Addis. Jam-Sessions gibt es zum Beispiel jeden Montag in Mama's Kitchen. Ein schummriger Laden, in dem die Servicekräfte Cowboyhüte tragen und die Sänger und Sängerinnen auf der Bühne große Afros oder lange Rastas haben.

Apropos Rasta: Der frühere Kaiser Haile Selassie wird von den Rastafari als menschgewordener Gott verehrt. St. George, die Kirche, in der er gekrönt wurde, ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Genauso auch das Museum, dass es zu seinen Ehren gibt. Ein stärkeres Gefühl für das Leben in der Stadt bekommt man aber, wenn man in eine der ganz gewöhnlichen Kirchen in Addis geht oder Shiro Meda besucht, die Einkaufs Meile für Trachten. Hier gibt es dann auch einiges an Mitbringsel zu kaufen.

Anmerkung der Autorin: Der Aufenthalt in Addis Abeba fand Im Rahmen einer Pressereise der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen zum Thema "Nachhaltige Stadtentwicklung" statt.

Stand: 26.06.2017, 16:00