Woke

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

"Woke" - Comedy über Antirassismus

Stand: 24.05.2022, 16:33 Uhr

"Woke", erfunden vom Schwarzen Cartoonist Keith Knight, basiert auf seinen Erfahrungen mit Rassismus in den USA. Sprechende Stifte, Mülleimer und Schnapsflaschen helfen dabei, über das kranke System zu lachen.

Von Emily Thomey

Erykah Badu hat 2008 schon von Wokeness gesungen, der Hashtag hat tausende Hits auf Twitter allein in der letzten Stunde, steht auf T-Shirts und Demo-Transparenten. Wer woke ist, weiß dass nur aktiver Antirassismus in einer rassistisch geprägten Gesellschaft hilft und auch in kleinen Sprachnuancen Aggressionen gegen nicht-weiße Menschen spürbar werden können. Entstanden ist der Begriff aber schon lange vor Erykah Badu’s Song und jetzt "Woke" Titel einer neuen Serie, die heute hier in Deutschland startet.

"Because the world is a racist fucked up place"

„Woke“ handelt von dem Schwarzen Cartoon Zeichner Keef Knight. Er sieht seine Arbeiten nicht politisch, möchte es gerne leicht halten, nicht nur weil er schwarz ist, ein kontroverser Vorkämpfer für eine anti-rassistische, anti-klassistische Gesellschaft sein. Das sagt er als eine schwarze Journalistin ihn einlädt, in ihrem Magazin Zeichnungen zu veröffentlichen. Warum müsse er als Schwarzer immer für etwas stehen?, fragt er. Ihre Antwort: „Because the world is a racist fucked up place.“ Sie glaubt, dass er alleine durch seine Existenz in einer rassistischen Welt sich wird positionieren müssen. Eine Weile kann Keef sich noch einreden, dass das nicht stimmt - bis zu dem Tag, als er mit der Polizei in Kontakt kommt.

Polizeigewalt gegen Schwarze

Unschwer zu erraten, was dann passiert: Polizeigewalt. Und trotzdem bleibt die Serie eine Comedy, was die Qualität der Serie zeigt. Alles was an Grausamkeit die letzten Jahrhunderte gegen Schwarze Menschen passiert ist, wird als bekannt vorausgesetzt. Wer konnte den Tod von George Floyd, Black Lives Matter, nicht zu vergessen: Sklaverei, Weiße Dominanzkultur, Sexismus etc. Um der Absurdität dieses kranken Systems noch einen drauf zu setzen, beginnen die Dinge in Keefs Umgebung mit ihm zu sprechen: Mülleimer, Stifte oder Schnapsflaschen. Es bleibt aber nicht bei einem harmlosen Plausch zwischen Kiosk-Kühlschrank und Schreibtisch - die Dinge geben ihm auch Anweisungen, streiten mit ihm, sind wie innere Stimmen - und das alles beruht auf wahren Begebenheiten.

Keith Knight, der die Serie erfunden und geschrieben, hat vermutlich nicht wirklich die Superpower mit seinen Stiften und Mülleimern zu sprechen, die Serie ist aber von seinem Leben als Schwarzen US-Cartoonist inspiriert, großartig besetzt mit Lamorne Morris (New Girl!!!) und noch diversen anderen Schauspiel-Stars. "Woke" ist auf eine gute Art leicht ohne dabei oberflächlich zu bleiben und zum Glück gibt es sogar schon eine zweite Staffel, die hier dann auch hoffentlich bald gezeigt wird. Sehen könnt ihr "Woke" von SONY AXN bei Vodafone, MagentaTV, Prime Video Channels und noch mehr Serientipps findet ihr in unserem Serienpodcast www.glotzundgloria.wdr.de