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Webfest Berlin präsentiert Webserien

"Migrant Mothers of Syria" - Webserie über zwei Mütter und ihre Familien, die aus Syrien nach Palästina geflohen sind, Screenshot

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

Webfest Berlin präsentiert Webserien

Von Emily Thomey

Das Webfest in Berlin zeigt jedes Jahr eine Auswahl der international interessantesten Webserien und jetzt gerade könnt ihr mitentscheiden, was dort dann im Winter zu sehen sein wird. Das Zuschauervoting läuft noch ein paar Wochen.

Serien sind sehr beliebt. Das ist nichts Neues. Aber auch Webserien haben ein immer größer werdendes Publikum. Der Unterschied zu anderen Serien ist, dass Webserien keine großen Geldgeber*innen von Streaming Pllattformen oder Fernsehanstalten im Rücken haben, sondern ihre kreativen Ideen oft aus eigener Tasche umsetzen.

Kurz und knackig

Alle Dokus sind kurz und knackig erzählt - so wie ich das von Webserien gewohnt bin. Die Folgen dauern meist weniger als zehn Minuten. Es sind auch alle durch die Bank gut gefilmt und geschnitten - also man merkt nicht, dass da keine großen Geldgeber*innen am Start sind. Inhaltlich sind die Webserien allerdings sehr unterschiedlich.

"Migrant Mothers of Syria"

In "Migrant Mothers of Syria" erzählen zwei in den Libanon geflüchtete Mütter von ihrem neuen Alltag, wie sie zurechtkommen und was sie am meisten vermissen. Amanis Sohn vermisst seine Spielsachen, sie selbst ihre Küche und tatsächlich auch die Wände ihres früheren Hauses. Sehr beeindruckt hat mich, was die Mütter alles auf die Beine stellen, sie arbeiten ehrenamtlich, versorgen ihre Familien und eine arbeitet auch als Direktorin an einer Schule.

Australien, ein El Dorado für Webserien

Die anderen Serien handeln von den Symptomen, die Menschen mit Multipler Sklerose haben, Bäuerinnen in Australien, oder von jungen Klimaaktivisten auch in Australien. Australien ist stark vertreten, obwohl eigentlich Kanada einer der größten Märkte für Webserien ist. Dort sind die Förderungen sehr gut an Webserien angepasst.
Die beiden australischen Serien lohnen sich, vor allem die Serie über die Landwirtinnen ist interessant. Im Mittelpunkt steht pro Folge ein Betrieb und mit ihm eine Macherin. Da besuchen wir eine Insektenfarm, die Grillen züchtet, weil das sehr nachhaltige Proteinlieferanten sind. Oder Belinda, die auf ihrer Schafsfarm sehr innovativ aufgestellt ist: "Every half an hour the collar sends a message and in that message is a GPS location and a temperature."
Die meisten Lämmer sterben während der Geburt. Um das zu verhindern, bekommen die trächtigen Schafe ein Halsband, das den Ort und die Temperatur des Tieres übermittelt und wenn dann etwas mit der Geburt schief läuft, bekommt Belinda eine Nachricht auf ihr Handy. Damit gehört sie zu den Vorreiterinnen ihrer Branche und hat auch schon Preise für ihre Fortschritte gewonnen.

Grafik Webfest Berlin 2020

Publikumsbeteiligung erwünscht

Auf der Webseite des Webfests sind alle Serien verlinkt und ihr könnt mit nur einem Klick für eure Favoriten abstimmen. Die Stimmen entscheiden dann zusammen mit der Jury darüber, welche Serien in die enge Auswahl des Festivals kommen. Die Non-Ficiton Kategorie ist aber nicht die Einzige: Im August können wir dann auch noch über die Drama Serien abstimmen.

Stand: 17.07.2020, 06:00