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"Watch The Sound With Mark Ronson" – Ein Musiknerd lädt ein

"Watch The Sound With Mark Ronson" – Ein Musiknerd lädt ein

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

"Watch The Sound With Mark Ronson" – Ein Musiknerd lädt ein

Von Emily Thomey

Die neue Dokuserie des berühmten Musikers und Produzenten Mark Ronson zeigt viele gut verpackte Musikinfos, die kein Vorwissen brauchen, und schön eingefangene Momente zwischen Ronson und anderen Größen der Popmusik.

Ihr wisst noch: Amy Winehouse, die legendäre Sängerin, die leider viel zu früh gestorben ist? Der Musikproduzent hinter einigen ihrer größten Hits heißt Mark Ronson. Aber auch "Uptown Funk" kennt ihr. Auch von Mark Ronson. Ronson ist im Musikbusiness also eine ziemliche Größe und hat jetzt für Apple TV+ die Dokuserie "Watch The Sound" produziert.

In den sechs Folgen sitzen wir zusammen mit Mark Ronson in Tonstudios rum, in denen der Brite mit seinen großen Held*innen und Kollaborateur*innen spricht – über Sampling, die Bedeutung von Auto-Tune, Synthesizer, Drum Machines und mehr. Es wird immer auch viel Musik gehört oder collagig bebildert, wenn nicht anwesende Musiker*innen oder legendäre Songs genannt werden. Ronson trifft Paul McCartney, Kathleen Hanna, Questlove oder Charli XCX und ganz besonders sweet ist die Begegnung mit DJ Premier. Dessen Zeug hat Mark Ronson unter anderem gesampled und bei der ersten Begegnung in der DJ Kanzel hatte Ronson Schiss, dass Premier sauer auf ihn sein würde. Der sonst obercoole Mark Ronson zeigt hier eine andere, ehrfurchtsvoll Seite, wie er damals gestand, dass er den Song gemacht hatte und wie wichtig dieser Moment der Begegnung in seinem Leben war. Und dann fängt er an, mit seinem großen Helden DJ Premier zusammen einen Tune zu basteln.

Ronson ist also eindeutig der rote Faden, es taucht viel aus seiner eigenen Laufbahn auf: Aufnahmen von Amy Winehouse, King Princess, die auf seinem Label gesignt ist. Wir sehen Ronson immer wieder bei DJ Gigs oder wie er vor allem in Japan nach neuen Platten sucht. Aber man lernt auch interessante technische Details und Standpunkte – beispielsweise zu Auto-Tune. Die einen lieben es, haben es zu ihrem Markenzeichen gemacht. Ronson findet, dass die digitale Stimmkorrektur wie Schummeln ist und Lady Gaga so perfekt singt, dass Auto-Tune nichts zu korrigieren hat.

Besonders gut wird die Dokuserie, wenn Ronson mit seinen Gäst*innen in die Vergangenheit schaut – wenn er mit Premier Songs nerdy auseinandernimmt oder reportagig Orte besucht und man ein besseres Verständnis davon bekommt, wie Musik produziert wird. In einer Folge geht es beispielsweise um die Art, wie Räume Musikproduktionen prägen und wie wichtig der Hall, das Echo von Räumen ist. Ronson reist dafür nach Schottland, wo er in unterirdischen, leeren Dieseltanks noch mehr Hall aufnehmen kann als in Kirchen. Am einfachsten kann man sich den Effekt aber in einer Kirche vorstellen – wie der Raum besonders viel Echo mit sich bringt und entsprechend auch die Musik davon beeinflusst ist. Anders als Kirchenmusik, deren Hall das spirituelle Gefühl noch unterstreicht, passt Punk entsprechend gut in kleine, abgerockte Schuppen, wo das Unmittelbare des Genres vom Raum mitgetragen wird. "Watch The Sound With Mark Ronson" zeigt also viele gut verpackte Musikinfos, die kein Vorwissen brauchen, und besonders schön eingefangene Musik-Momente.

Ihr könnt "Watch the Sound With Mark Ronson" auf Apple TV+ streamen.

Stand: 04.08.2021, 06:00