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"Wasteland" - In der tschechischen Provinz verschwindet ein Mädchen

Wasteland, tschechische Miniserie HBO - Frau schaut auf eine Hundestatue, Videostill

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

"Wasteland" - In der tschechischen Provinz verschwindet ein Mädchen

Von Emily Thomey

"Wasteland", eine neue Serie, die von einem abgelegenes Kohleabbaugebiet in Tschechien handelt Die Geschichte hat Sog, die Schauspieler sind großartig und die Bilder so düster, wie der Plot.

Die Briten können es gut und die Skandinavier sind auch dafür bekannt. In abgelegenen Gegenden geschehen mysteriöse Verbrechen und daraus werden fesselnde Geschichten geschrieben. Jetzt hat der europäische Ableger des renommierten US-Senders HBO eine tschechische Produktion veröffentlicht, die nach dem gleichen Prinzip funktioniert: Drama in der Provinz.
Das Leben in dem kleinen tschechischen Dorf Pustina ist wirklich nicht besonders rosig. Es gibt einen Straßenstrich, eine Heim für schwer erziehbare Jungs und viele Arbeitslose. Trotzdem ist die Bürgermeisterin gegen den Ausbau des Kohlebergwerks. Sie glaubt nicht daran, dass das Bergwerk wirklich allen Männern eine Anstellung geben wird.

Der Kohleabbau spaltet die Region

Die meisten Bewohner von Pustina können nicht nachvollziehen, warum sie die hohen Ablösesummen für ihre Häuser nicht annehmen sollen, so wie es die Bürgermeisterin gerne möchte. Sie will nicht, dass die Geschichte des Dorf einfach ausgelöscht wird. Auch die Umweltbelastungen des Bergbaus prangert sie an.
Als dann ihre Tochter Misha verschwindet, wird klar, dass hier noch ganz andere Konflikte an die Oberfläche kommen, die viel weitreichender sind als nur die Umsiedelung des Dorfs. Eine Chance für die Bürgermeisterin, das Dorf doch noch zu vereinen. Sie bittet alle Dorfbewohner per Durchsage um Hilfe bei der Suche und bekommt enorme Unterstützung.

Ein Junge bricht aus...

Dass zeitgleich einer der Jungs aus dem Heim ausgebrochen ist, liefert eine erste Spur. Aber die Bürgermeisterin vermutet die Menschen des Bergbaus hinten den Repressalien - wenige Tage vor Mishas verschwinden wurde auch schon ihr Esel erhängt. Die Bilder der Serie haben eine ganz eigene, eindrückliche Handschrift, die die Stimmung der Serie wunderbar fasst. Es ist kalt, nass, nebelig und grau - aber trotzdem gibt es Hoffnung, dass das Dorf noch nicht verloren ist. Vorneweg durch die Bürgermeisterin, aber auch die anderen Schauspieler überzeugen. Außerdem ist es sehr erfreulich, dass mit HBO-Europe Serien aus Ländern wie Tschechien zu uns kommen, die bisher noch nicht so präsent in der Serienwelt waren, obwohl sie so erstklassige erzählen können.

Stand: 06.12.2019, 06:00