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Szene aus "Undone" - Alma im Gespräch mit ihrem verstorbenen Vater.

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"Undone" - Zweite Staffel der ungewöhnlichen Animationsserie

Stand: 05.05.2022, 09:00 Uhr

Animationsserien sind ja ganz oft Comedies: "Simpsons", "Bojack Horseman", "Rick and Morty", "Futurama", "South Park". Die Liste ist endlos. Gezeichnete Serien, die inhaltlich eher aus Dramen schöpfen, kommen dann entweder aus Japan oder aus dem Disney- oder Superhelden-Kosmos. Mit "Undone" ist aber eine Serie gemacht worden, die völlig aus dem Rahmen fällt und schon mit der ersten Staffel Kritiker:innen weltweit völlig überwältigt hat. Jetzt ist die zweite Staffel erschienen.

Von Emily Thomey

Auch in der zweiten Staffel geht es um Alma, eine junge Amerikanerin mit mexikanischen Wurzeln, deren Welt nach einem Unfall in der ersten Staffel im wahrsten Sinne des Wortes auseinander fällt. Sie hat krasse Visionen, in denen Boden und Wände verschwinden, ihr verstorbener Vater auftaucht und ihr sagt, sie könne in die Vergangenheit reisen, um seinen mysteriösen Tod rückwirkend zu verhindern. Der Science-Fiktion-Plot bekommt in der zweiten Staffel einen ganz neuen Dreh, weil auch Rebecca, die kleinere Schwester von Alma, Visionen hat: Sie kann die Erinnerung von anderen Menschen sehen, auch wenn die das nicht wollen.

Auch die zweite Staffel hat eine Science-Fiction-Anteile, weil niemand so wie Alma und Rebecca die Erinnerungen von Menschen sehen können. Aber die Geschichte taucht noch tiefer ein in schamanistisch-spirituellen Ideen, philosophischen Fragen aus dem Taoismus und psychologischen Vorstellungen.

Die beiden Macher Kate Purdy und Raphael Bob-Waksberg beschreiben, das Verhältnis zwischen Alma und Rebecca als ein Spannungsfeld aus der Glaubenden und der Skeptikerin: "In a lot of super hero movies there is like five minutes of: Wow, this is crazy. Okay, time to save the world. And I think the truth is, you would be completely overwhelmed by it and you would be in constant doubt of like: Is this really happening? That is actually the central tension of the show too. Sort of the believer and the sceptik".

Herausragend in "Undone" ist auch die Machart der Animation. Rotoscoping ist schon gute 100 Jahre alt und sehr aufwändig, weil erstmal mit realen Schauspielenden gefilmt wird - bei "Undone" unter anderem mit Bob Odenkirk ("Breaking Bad", "Better Call Saul"). Über dieses Filmmaterial wird dann gezeichnet. Die Bilder bekommen einen surreal-magischen Touch dadurch, was großartig ist und viel künstlerisches zulässt. Genauso ist auch die Geschichte in der zweiten Staffel richtig gut weiterentwickelt.