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"The Morning Show" - Mediendrama mit Jennifer Aniston und Reese Whitherspoon

"The Morning Show" - Screenshot von Jennifer Aniston

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"The Morning Show" - Mediendrama mit Jennifer Aniston und Reese Whitherspoon

Von Emily Thomey

Die zweite Staffel des #MeToo-Medien-Dramas "The Morning Show" von und mit Reese Whitherspoon und Jennifer Aniston erscheint und ist so wie die erste Staffel: komplex erzählt, bisschen pathetisch aber gut.

Als "The Morning Show" 2019 zum Launch des Streamingdienstes von Apple gestartet ist, war sie die Flagschiff-Serie. Promis wie Jennifer Aniston und Reese Whitherspoon in den Hauptrollen und auch in der weiteren Besetzung viele Stars und großartige Schauspieler:innen. Natürlich haben die beiden Hollywood-Größen die Serie auch mitproduziert. COSMO Serienpodcasterin Emily Thomey hat mit den Stars gesprochen. Das heißt, nicht direkt: Ein Moderator hat im Vorfeld geschickte Fragen an Reese und Jennifer gestellt. Hunderte Journalist:innen duften nur zuhören. Richtige A-List-Promis wie auch in der Serie selbst: Reese Whitherspoon steigt in The Morning Show von einer unkonventionellen Reporterin zur Co-Moderatorin einer sehr erfolgreichen US-Nachrichtensendung auf - mit einer Millionengage. Ihr Vorgänger wurde wegen sexuellem Missbrauch rausgeworfen.

Es geht um mehr als #MeToo

Die Dramaserie dreht sich aber um noch viel mehr als #MeToo, wie Reese erzählt: "Systemic Racism within the media industry, homophobia, sexism, ageism, I mean people are really comfortable voicing it. And people are actually interested in hearing it." Neben den Strukturen von Sexismus und Rassismus, geht es auch um Homofeindlichkeit oder Diskriminierung von älteren Menschen - und die Menschen wollen nicht nur darüber sprechen, sagt Witherspoon, sondern auch davon hören. Whitherspoon moderiert als Bradley Jackson neben Alex Levy, gespielt von Jennifer Aniston, die schon lange erfolgreiche Moderatorin ist.

Der Konflikt zwischen Aufsteigerin und Diva

Beide Rollen entwickeln sich in der zweiten Staffel weiter: Bradley Jackson auf eine unerwartete Art. Als ambitionierte Aufsteigerin kämpft sie plötzlich mit Identitätsfragen, die ich nicht habe kommen sehen. Mehr kann ich leider nicht verraten - allein dafür lohnt sich die Serie aber schon. Jennifer Anistons Rolle als Alex ist ebenso gut geschrieben: Alex ist eine totale Diva, die ihr Leben nicht meistern kann ohne die Hilfe von Assistenten und Managerinnen und gleichzeitig sehr professionell ist, oder wie Jennifer Aniston sagt: "I love Alex’s absolute ability to be professional in one moment. And than loose her shit uncontrollably in the next moment. I enjoy that it is fun to navigate and disect that as a character."

Für die Menschen, mit denen Alex zusammenarbeitet, ist sie größtenteils unerträglich und die meisten können sie nicht ausstehen, weil sie sich auch wirklich oft mies verhalten hat. Eine Journalistin hat ihre Rolle im Me-Too-Drama aufgeschrieben und ein Spannungsbogen der zweiten Staffel ist, die Frage, was da in diesem Buch steht. Beide Staffeln sind mit jeweils zehn Stunden ganz schön lang - ich hätte durch aus hier und da auf ein zwei Folgen verzichten können. Auch ein bisschen mehr Selbstironie hätte mir gefallen - aber die Produktion und die Besetzung ist so gut - das trägt mich über alles hinweg. "The Morning Show" ist also weiterhin sehr empfehlenswert. Mehr Details und Starpower hört ihr im COSMO Serienpodcast Glotz und Gloria.

Stand: 17.09.2021, 06:00