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"The Chair" - Neue Serie der GoT-Macher

Netflix-Serie: "The Chair"

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

"The Chair" - Neue Serie der GoT-Macher

Von Emily Thomey

"The Chair" ist die neue Serie der "Game of Thrones"-Macher und sie hat nichts mit dem HBO-Hit zu tun - außer eine Spitzenbesetzung und wirklich gute Unterhaltung.

"Game of Thrones" kennt vermutlich jeder und jede, selbst wenn man nicht eine Minute davon gesehen hat. Die Namen der Macher David Benioff und D.B. Weiss sind dagegen vermutlich nicht so bekannt. Sie stecken hinter einer neuen Serie "The Chair" oder auch "Die Professorin" im Deutschen, die heute auf Netflix anläuft.

Die Dramedy "The Chair" kommt ohne Drachen, nahende Winter oder Tote aus. Aber du siehst Sandra Oh, die du aus "Grey's Anatomy" kennen könntest oder aus einer meiner Lieblingsserien: "Killing Eve". Hier spielt sie die Englisch-Professorin Dr. Kim, die den Vorsitz des Instituts übernimmt: Als sie angefangen habe, sagt Dr. Kim, wurde sie seltsam beäugt, weil sie als asiatisch gelesene Frau Emily Dickinson unterrichtet hat, jetzt hat sie vor, die Institution aufzumischen.

Tatsächlich passiert genau das Gegenteil: Sämtliche nur denkbaren Skandale und Katastrophen in ihrem professionellen und privaten Leben werden wahr und Dr. Kim versucht alles irgendwie zu jonglieren, ohne die Fassung zu verlieren. Bill, einer der Professoren am Englisch Institut, macht in seiner Vorlesung einen extrem schlechten Scherz, der natürlich auf Video festgehalten wird und viral geht. Das wäre schon schlimm genug, aber dummerweise ist Dr. Kim in Bill verliebt, und als er suspendiert wird, stellt er sich auch noch als ein hervorragender Babysitter für ihre adoptierte Tochter heraus. Mit der hat es bisher kein Babysitter mehr als ein paar Stunden ausgehalten.

Aber auch sonst läuft im Englisch Institut nichts mehr rund: Die Studierenden gehen auf die Barrikaden, Dr. Kims Vorgesetzte und die Sponsoren der Uni grätschen ständig in ihre Entscheidungen hinein. Im Endeffekt ist die Beförderung für sie der reinste Horror. Statt wie die Leitung eines Englisch Instituts fühle sich ihr Job wie eine tickende Zeitbombe an, sagt sie, die ihr gegeben wurde, damit sie eine Frau hält, wenn sie explodiert.

Meine Empfehlung: Unbedingt anschauen! Es sind sechs Folgen, die an dir vorbei fliegen, mit lauten Lachern, wirklich gut geschriebenen Dialogen von der Autorin Amanda Peet, die auch Produzentin der Serie ist - zusammen mit den Game of Thrones-Machern David Benioff und D.B. Weiss. Neben Sandra Oh und Jay Duplass ("Transparent") glänzt Nana Mensah, die als erste Schwarze Professorin an der Uni ihre Studierende dazu bringt, "Moby Dick" rappend und tanzend zu performen.

Auch wenn die ganz harten Bretter Sexismus, Rassismus, Altersdiskriminierung oder Cancel Culture gebohrt werden, hat die Serie keine Erklärbär-Lösungen parat, sondern zeigt ihre Figuren mitten drin im Schlamassel - mit liebevollem Blick auf alle Positionen, seien sie noch so altbacken. Ich wünschte, ich könnte selbst zur Pembroke Uni gehen und mitdiskutieren. Schade, dass die Miniserie nach knapp drei Stunden schon vorbei ist.

Stand: 24.08.2021, 06:00