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"Squid Game" - Das Kinderspiel zum Tode

Squid Game - Kinderspiel "Red Light - Green Light"

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

"Squid Game" - Das Kinderspiel zum Tode

Von Emily Thomey

"Squid Game" ist der neuer Hype. Die südkoreanische Serie soll laut Netflix den bisherigen Jahreshit "Bridgerton" noch übertrumpfen und ist jetzt schon die erfolgreichste nicht-englischsprachige Serie. Aber warum?

Netflix kann natürlich viel von erfolgreichen Serien erzählen, ohne dass das so leicht nachzuprüfen ist. Fakt ist aber auch, dass in den sozialen Kanälen viel zu "Squid Game" gepostet wird, Kritiker:innen darüber schreiben, Netflix von einem koreanischen Internet-Provider verklagt wurde, weil die Server zusammengebrochen waren und die Serie offenbar Rätsel aufgibt, über die Fans spekulieren.

Squid Game, ein koreanisches Kinderspiel

Das namensgebenden "Squid Game" ist eigentlich ein koreanisches Kinderspiel vergleichbar mit Völkerball und lange nicht das einzige Spiel, welches in der Thriller Serie vorkommt. Eine der Hauptfiguren Gi-Hun Seong ist spielsüchtig, hat Schulden bis über beide Ohren und Schuldner, die ihm auf die Pelle rücken. Plötzlich taucht ein schicker Anzugtyp auf und bietet ihm viel Geld für ein einfaches Spiel. Natürlich steigt Gi-Hun Seong ein - und verliert.

Loser werden zum Spielen eingeladen

Die Frage, ob Gi-Hun Seong Geld habe, muss er verneinen. Kann aber dann physisch bezahlen. Eine Ohrfeige ist 100.000 Won wert. Das ist aber nur der Anfang - letztlich landet Gi-Hun Seong wie noch über 400 andere Menschen mit Schulden in einer seltsamen Parallelwelt, in der Kinderspiele eine etwas andere Dimension annehmen und die Verlierer sterben.

Red Light Green Light – wer sich bewegt ist tot

Auf übergroßen Spielplätzen müssen die Spielenden Kinderspiel-ähnliche Aufgaben lösen: Beispielsweise steht auf der einen Seite des Spielfeld-Randes eine überlebensgroße Puppe vor einem Baum an der Ziellinie, alle Spielenden stehen auf der anderen Seite des Feldes und dürfen immer nur dann Richtung Puppe und Ziellinie laufen, wenn die Puppe zu Baum schaut und "grünes Licht" sagt. Sobald sie "rotes Licht" sagt und zu den Spielenden schaut, müssen alle einfrieren - wer sich noch bewegt, wird erschossen.

Was Besseres als den Tod?

Wer jetzt denkt, die Serie verstanden zu haben, dem wird in der zweiten Folge die Kinnlade runterfallen: Die Serie ist nicht so schwarz weiß wie sie scheint, spielt mit zwischenmenschlicher Grausamkeit und wird auch als Kapitalismuskritik gelesen. Da die Spielenden letztlich viel Geld gewinnen können, stellt sich ständig die Wahl zwischen Moral und Gier und wer sich wann Moral überhaupt leisten kann.

Brutalität und Gewalt

Die Serie ist sehr gewalttätig, es wird - offensichtlich - viel und gnadenlos gestorben und gerade der Protagonist Gi-Hun Seong ist als leichtsinnig-naiver Volltrottel erstmal nicht die einfachste Identifikationsfigur. Die Serie ist ultraspannend, du fragst dich ständig, wie du dich in den vielen Momenten entscheiden würdest. Auch die Fragen nach der Gesellschaftskritik dahinter sind so interessant wie die Diskussion um mögliche Matrix-Referenzen. Wer einmal anfängt, wird auf jeden Fall nicht mehr aufhören können.

Stand: 06.10.2021, 11:00