Live hören
Jetzt läuft: Attention von Tiwa Savage

Urteilsfrei, feministisch und generationsübergreifend - zweite Staffel "Sex Education" startet

Szenenbild aus der Serie ""Sex Education"

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

Urteilsfrei, feministisch und generationsübergreifend - zweite Staffel "Sex Education" startet

Von Emily Thomey

Die zweite Staffel von "Sex Education" geht an den Start. Vielen gilt die britische High-School Serie als eine der besten des vergangen Jahres. Und auch die neue verspricht ein Hit zu werden.

Trotz des sensiblen Themas - es geht um Sex wie der Titel schon verrät - gelang es der ersten Staffel, viele Facetten zeitgemäß und nicht peinlich, sondern humorvoll anzusprechen. In der ersten Staffel von "Sex Education" hat der unbeholfene Otis trotz seiner Jungfräulichkeit erfolgreich seinen Mitschüler*innen Sextipps verkauft. In der zweiten Staffel ist sein Business erlahmt - und das, obwohl die Schule Sexberatung dringend nötig hat.

Aus ungeklärten Gründen herrscht unter Eltern und Schülern große Angst vor der Geschlechtskrankheit Chlamydien. Aber statt Otis wird seine Mutter, die Sexualtherapeutin Jean Milburn gespielt von Gillian Anderson zur neuen - und auch offiziellen - Ansprechpartnerin für die Schülerschaft: "Unseren Kindern sollte das richtige Wissen vermittelt werden, um sich in Zukunft selbst vor einem solchen Stigma schützen zu können. Ich denke an drei Dinge: Vertrauen, Gespräche und Ehrlichkeit."

Reden über Sex

Über Sex zu sprechen ist ja sensibel und nicht einfach. "Sex Education" ist schonungslos ehrlich und direkt mit Sexszenen und viel Selbstbefriedigung. Da ist dann die Sorge der Schüler*innen wie häufig noch gesund ist. Wir erfahren auch etwas über Vaginismus, Fetisch-Sexpraktiken oder Asexualität, wenn eine Schülerin sagt: "Ich will keinen Sex haben. Nie und mit niemandem. Vielleicht ist da bei mir etwas kaputt." Jean antwortet ihr: "Weißt du, was Asexualität ist? So nennt man es, wenn sich jemand von keinem anderen Menschen sexuell angezogen fühlt. Nichts ist richtig oder falsch. Wieso sollte also etwas bei dir kaputt sein?"

Sogar sehr aufgeklärte Menschen hier noch Neues erfahren werden. Die erste Staffel wurde dafür gefeiert, endlich mal nicht peinlich, sondern lustig und unterhaltsam mit Sex umzugehen. Die zweite Staffel führt das fort, sehr lustig und ohne albern zu werden. Die Schauspieler*innen, die abgesehen von Gillian Anderson als Jean bisher noch unbekannt sind, glänzen und der Soundtrack ist der Hit. Nur an zwei Stellen erlauben sich die Macher grobe Schnitzer – einmal wird der Kitzler mit der Klitoris gleichgesetzt, was nicht stimmt und die Vulva wird Vagina genannt Davon abgesehen glänzt "Sex Education" weiterhin damit, urteilsfrei, feministisch und generationsübergreifend mit Sex zu unterhalten.

Stand: 17.01.2020, 06:00