Live hören
Jetzt läuft: Rossetto e cioccolato von Ornella Vanoni
Schauspieler und Schauspielerinen von Paschinko

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

"Pachinko" - Koreanisches Familienepos mit Stil

Stand: 01.04.2022, 11:25 Uhr

In drei Sprachen erzählt "Pachinko" über vier Generationen hinweg die Geschichte einer Familie. Mit Leichtigkeit und Stil vermittelt sie außerdem noch das komplexe Verhältnis von Korea, Japan und den USA

Von Emily Thomey

Spätestens seit "Squid Ganme" ist Korea als Serienland auf unseren Bildschirmen unübersehbar geworden. Ihr wisst noch: "Squid Ganme", dieses Game-Show-Drama, das für so viel Kritik gesorgt hat, weil so viel rohe Gewalt darin vorkommt. Gleichzeitig ist die Serie laut eigenen Angaben die meist gesehene Netflixserie aller Zeiten – und sie zeichnet ein Bild von der koreanischen Gesellschaft.

Jetzt zeigt AppleTV+ eine neue Serie, die zwar eine US-Produktion ist und ganz anders funktioniert als "Squid Ganme", aber auch sehr viel über Korea erzählt: Pachinko heißt sie, benannt nach einem Geldspielautomaten, der in Japan sehr beliebt ist.

Denn die Serie handelt von Sunja, die im Laufe ihres Lebens nach Japan auswandert. Ihr Leben und das ihrer Familie ist nicht chronologisch erzählt, sondern wechselt geschickt zwischen den Epochen, ohne dass wir dabei verloren gehen. Du folgst vor allem Sunja, die als Mädchen die Machtübernahme, als Japan Korea kolonisierte, miterlebt hat und rebellisch blieb, so gut sie konnte.

Exemplarisch anhand dieser Familie erzählt Pachinko, welche Folgen die Herrschaft Japans für Korea hatte und du verstehst den Rassismus besser, den asiatisch gelesene Menschen in westlichen Ländern erleben, wenn beispielsweise der Enkel von Sunja, Baek Solomon seine Kollegin fragt, wie die Harvard Business School für sie war. Sie erzählt von einem nervigen Spiel, welches alle Amerikaner spielen wollen: Welche Asiatin bin ich? Der Klassiker ist, dass China zuerst genannt wird, meistens gefolgt von Japan an zweiter Stelle und Baeck spricht von Glück, wenn Korea unter den Top vier auftaucht.

Die Charaktere wechseln zwischen koreanisch, japanisch und amerikanischem Englisch, was über die Untertitel farblich deutlich gemacht wird. Die Serie ist unfassbar schön gefilmt, mit Bildern, die oft wie gemalt wirken und mit einem Schauspiel-Ensemble mit koreanischen Superstars und Oscargewinnerinnen. Eine ganz besondere Serie.