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"Nollywood" – ein Einblick ins afrikanische Filmbusiness

DW-Doku: Nollywood - Filmbusiness African Style

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

"Nollywood" – ein Einblick ins afrikanische Filmbusiness

Von Emily Thomey

Die meisten Filme, die wir sehen, kommen aus Hollywood, der Traumfabrik der USA. Dabei werden in zwei anderen Filmindustrien dieser Welt viel mehr Filme produziert: In Indien ist das Bollywood und in Nigeria Nollywood. Wie Nollywood funktioniert, wer die großen Stars und Player des Filmbusiness dort sind und wie das Netflix für afrikanische Filme aussieht, das erzählt die Dokumentation "Nollywood - Filmbusiness African Style".

Es ist gar nicht so leicht zusammenzufassen wie Nollywoodfilme aussehen und welche Geschichten erzählt werden, weil in Lagos der Hauptstadt von Nigeria - und von auch Nollywood - mehr als 100 Filme im Monat veröffentlicht werden.

Kaufen kann man die dann vor allem als Video-CDs auf einem großen Markt. Um so viele Filme zu produzieren, wird wie am Fließband gedreht. Der Regisseur Ken Steve Anuka hat schon aufgehört zu zählen, wie viele Filme er gemacht hat und der Zeitdruck beim Dreh ist enorm, sagt er.

Entsprechend haben die Filme nicht den Anspruch Filmkunst zu sein, sondern wollen unterhalten - mit gut bekannten Mythen und Ereignissen aus der westafrikanischen Erzähltradition oder inspiriert durch christliche Quellen. Aber die Filme werden von vielen Millionen Menschen in Nigeria und darüber hinaus gesehen.

DW-Doku: Nollywood - Filmbusiness African Style

In den Kinos wurden bis vor wenigen Jahren noch 90 Prozent der Filme aus Hollywood gezeigt, erzählt Moses Babatope in der Dokumentation. Babatope ist Geschäftsführer für die größte Filmproduktions- und vertriebsfirma Westafrikas, FilmOne Production. Das Ziel von FilmOne ist, dieses Verhältnis an Kino-Filmen umzudrehen.

Um das zu erreichen, hilft es der Filmindustrie, dass auch die Regierung Nigerias erkannt hat, welches Potenzial in der Unterhaltungsindustrie liegt. Manche sprechen vom "Entertainment als das nächste Erdöl", da Nigerias Wirtschaft derzeit noch hauptsächlich auf Erdöl basiert.

Natürlich spielt auch das Internet und Streamingplattformen eine immer größere Rolle. Das Netflix für afrikanische Filmproduktionen heißt Iroko, wurde von einem jungen Banker aus Berlin gegründet und von einem amerikanischen Investor mit Geld versorgt. Mittlerweile schauen 100.000 Abonnenten aus Afrika, den USA und Europa dort online Nollywood Filme. Das ist wieder eine Chance für die Nollywood-Filmeschaffenden mit mehr Zeit, Wissen und Geld gute Filme zu produzieren.

Stand: 06.01.2021, 08:00