Live hören
Jetzt läuft: NEU Diamante von Baiuca & Alba Reche
Mo verkauft Uhren und Schmuck aus dem Kofferraum (Screenshot aus dem Trailer)

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

"Mo" - Die Absurdität des Asylverfahrens

Stand: 02.09.2022, 10:47 Uhr

Die Netflix-Comedyserie "Mo" bekämpft den Frust des Lebens als illegaler Migrant mit Humor.

Von Christian Werthschulte

Migration ist oft kompliziert, aber so vertrackt wie in der neuen Netflix-Comedy "Mo" ist die Lage selten. Hauptfigur Mo ist Palästinenser, seine Familie ist 1990 vor Saddam Hussein aus dem Irak geflohen. Seitdem lebt er illegal in Texas, immer in Gefahr, ausgewiesen zu werden. Und wegen seines Aufenthaltsstatus verliert er gleich zu Beginn der Serie seinen Job in einem Handy-Laden.  "Mein Asylantrag ist doch bald durch", entgegnet er seinem Chef und der fragt zurück: "Wie lange wartst du schon? 20 Jahre?" Und Mo entgegnet: "22. Ich verliere nicht zum ersten Mal wegen der Einwanderungsbehörde einen Job."

Im Anschluss an diese verkauft Mo Fälschungen von Luxusuhren, Chanel-Taschen und Yeezy-Sneaker an ahnungslose Passanten und wird bei einem Amoklauf angeschossen. Wegen seines Aufenthaltsstatus kann er aber nicht ins Krankenhaus, sondern wird von einem Tätowierer behandelt. Und das ist nur, was in der ersten Folge von "Mo" passiert.

Das Leben in der Illegalität macht keine Pause

"Mo" hat ein zentrales Thema: Das Leben als illegaler Immigrant ist unsicher und kann schnell lebensgefährlich werden. Und vor allem greift es in wirklich jeden Aspekt des Lebens ein. Mos Familie arbeitet in Aushilfsjobs und kann die USA nicht einmal für einen Urlaub verlassen. Und auch ihre Beziehungen sind von ihrem Aufenthaltsstatus geprägt. Mos Freund Chifu etwa heiratet deshalb eine Amerikanerin. All diese Geschichten basieren übrigens lose auf dem Leben des Comedians Mohammed Amer, der die Serie geschrieben hat und auch die Hauptrolle spielt.

Humor als Waffe

Mo, die Hauptfigur der Serie, ist zwar ein Tolpatsch und auch manchmal ein unsensibles Trampeltier. Aber meistens gerät er einfach nur unverschuldet in Schwierigkeiten, weil ihm sein Aufenthaltsstatus keine andere Wahl lässt. Amer schildert aber auch die Bürokratie des Asylsystems  - etwa wenn Mos Familie fast eine Anhörung ihres Asylantrags verpasst, weil ein einzelner Beamter schlampig gearbeitet hat. Amer schildert all dies aus der Perspektive von Betroffenen, aber erzeugt keine Betroffenheit. Stattdessen konfrontiert er das Asylsystem mit Humor und zeigt so seine Absurdität auf.