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Dokumentation "Mein Geld tut Gutes": Wie spare ich nachhaltig?

Screenshot der Doku ""Mein Geld tut Gutes""

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

Dokumentation "Mein Geld tut Gutes": Wie spare ich nachhaltig?

Von Emily Thomey

Es gibt mittlerweile unendliche viele Möglichkeiten, Gutes zu tun in dieser Welt, die es so nötig hat. Keine To-Go-Kaffeebecher kaufen, regional angebautes Gemüse oder fair produzierte Klamotten statt Fast Food und Fashion. Aber wenn es ums Geld geht, dann wissen viele noch nicht, wo sie ihr Geld nachhaltig anlegen können. Welche Bank hat das Label wirklich verdient? Wo wird das Geld der nachhaltigen Banken angelegt? Bleibt das Geld letztlich in nachhaltig wirtschaftenden Händen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Doku „Mein Geld tut Gutes“ - jetzt gerade online zu sehen.

Der einzige aber entscheidende Unterschied zu normalen Banken ist, dass eine nachhaltige Bank wie die GLS Bank oder Triodos Bank ganz genau hinschaut, wem sie Geld leiht. Kredite werden nur an Unternehmen gegeben, die neben den wirtschaftlichen Standards auch soziale und umweltfreundliche Kriterien erfüllen.

Stefan Möller von der GLS Bank überprüft die auch vor Ort. Beispielsweise in einer neuen Papierfabrik, die Gras statt Holz nutzt: "Wie der ganze Produktionsprozess überhaupt funktioniert? Ist das, was wir finanzieren wollen in groß, ist das im kleinen Maßstab überhaupt schon umsetzbar? Wie sieht das Produkt letztlich aus, was kommt da raus? Welche Arbeitsschritte sind nötig? Wie überzeugend ist auch der Kunde? Also wie überzeugend wirkt er in seiner Einstellung, in seinem Wunsch etwas zu bewegen?"

Der Papierhersteller CreaPapier braucht viel weniger Wasser für sein Papier aus Gras und nicht aus Holz - das ist ein riesiger Pluspunkt. Aber natürlich muss sich so ein Unternehmen auch rechnen und auf dem Markt bestehen. Das ist für die Banken auch relevant.

In der Reportage wird ein Aluminiumwerk vorgestellt, das von einem Nachhaltigkeitsfonds gefördert wird. Vordergründig passt Aluminium und Umweltschutz erstmal gar nicht zusammen - das ist dem Nachhaltigkeitsfonds namens Kepler auch bewußt. Der Fonds hat sich aber zur Aufgabe gemacht, keine Branche auszusparen, sondern überall die jeweils Nachhaltigsten zu fördern.

Das Aluminiumwerk AMAG stellt seit Jahren immer mehr recyceltes Alu her, was Alfred Strigl vom Nachhaltigkeitsfonds überzeugt: "Die AMAG hat volle Auftragsbücher für die nächsten Jahre. Für dieses spezielle Aluminium aus dem Nischensegmenten der Hybridautobauer und anderer, die jetzt sauberes, grünes Aluminium wollen, weil sie auch befürchten, dass die Konsumenten letztlich nachfragen: Was ist das für ein Metall, wo kommt das her?" Ob Aluminium an sich überhaupt als sauber und grün bezeichnet werden kann, sei mal dahin gestellt.

Aber dass diese Firma ihr Aluminium für E-Autos liefert und überhaupt schon mal Aluminium recycelt, macht die AMAG für den Fonds nachhaltig und damit förderwürdig. Wer sein Geld nachhaltig anlegen will, muss also letztlich doch schauen, was unter "nachhaltig" verstanden wird. Die Banken und Fonds präsentieren ihre Kreditnehmer natürlich.

Noch werden gerade mal drei Prozent des Gelds in Deutschland nachhaltig angelegt. Doch es wird immer mehr – und jeder von uns kann selbst seinen Beitrag leisten. Da geht also noch einiges und die Reportage zeigt uns sehr anschaulich, wie nachhaltige Banken arbeiten.

Stand: 22.11.2019, 18:13