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"Lupin" - Hommage an einen Meisterdieb

"Lupin" - Lupin und ein Kollege betrachten ein Collier im Louvre

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

"Lupin" - Hommage an einen Meisterdieb

Von Emily Thomey

Hauptdarsteller Omar Sy glänzt in der französischen Serie als Gentleman-Gauner, der die Polizei ständig an der Nase herumführt.

Über französische Serie "Lupin" wird gerade viel geschrieben und sie ist laut Netflix auch in den Top 10 Charts in Deutschlands. Das liegt zum einen daran, dass die Hauptrolle von Omar Sy gespielt wird, der mit dem Kinohit "Ziemlich beste Freunde" zum Star geworden ist. Zum anderen aber auch daran, dass die Serie eine Hommage an eine sehr beliebte französische Romanfigur ist: Arsène Lupin.

Eine Art Ocean’s Eleven als Serie

Am Anfang sieht es so aus, als sei "Lupin" eine Art Ocean’s Eleven als Serie: Eine Truppe an Gaunern schmieden einen Plan, sich als Teil der Putzkolonne ins Louvre Museum zu schleusen, um ein millionenschweres Collier zu klauen, welches gerade in den Moment versteigert wird. Omar Sy alias Assane Diop hat als Lupin-Verschnitt die Idee dazu: "Ihr habt sieben Minuten um nicht geschnappt zu werden. Das ist knapp aber es reicht, um in den Raum zu kommen, in dem das Collier nach der Auktion aufbewahrt wird. Ihr klaut das Collier und haut ab. Ich ersteige das Collier."

Meister der Verkleidung

Der Serien-Lupin Assane ist ganz wie sein Romanvorbild ein Meister der Verkleidung: Je nach Situation schlüpft er in die unterschiedlichsten Rollen - Reinigungskraft, reicher Unternehmer, Lieferant, Gefängnisinsasse usw. Abgesehen von den Verkleidungen verwirrt Assane sein Gegenüber wie ein Magier und trickst alle aus. Auch die Auflösung der Tricks - also das, was wirklich passiert, wird immer gezeigt. Das gilt auch für die Prämisse der Serie: Es geht nur vordergründig um den Raub des Colliers, aber der eigentliche Plot ist ein anderer.

Backstory

Assane Diop hat als Teenager seinen Vater verloren. In Rückblenden wird gezeigt, wie dem Vater vorgeworfen wurde als Chauffeur einer reiche Familie genau jenes Collier gestohlen zu haben, welches nun im Louvre versteigert wird. Assanes Vater landet im Gefängnis und stirbt letztlich einen tragischen Tod, den Assane in der Serie aufklären will.
Dafür macht sich Assane immer wieder den deutlich präsenten alltäglichen Rassismus in Frankreich zunutze. Als er einen Schwarzen Gefängnisinsassen besucht, tauscht er zum Schichtwechsel der Wärter mit ihm den Platz. Der Trick: Die Wärter bemerken nichts, weil die beide sich "ja gleichen wie zwei eineinige Zwillinge". Das ist natürlich ironisch gemeint. Die beiden sehen sich kein bisschen ähnlich, aber der Trick funktioniert wie angekündigt.

Popcorn Unterhaltung

Die Serie wurde unter anderem von George Kay gemacht, der ja auch eine deiner Lieblingsserien, die Serienkiller-Cop-Story "Killing Eve" geschrieben hat. Die Meisterdieb-Serie "Lupin" funktioniert allerdings nicht nur vom Genre her komplett anders als "Killing Eve". Während "Killing Eve" zwei ungewöhnliche Frauenfiguren durch eine originelle Obsession in ein dunkles Spiel verstrickt, setzt "Lupin" mit Sy auf einen charmanten Hauptdarsteller, dem man egal in welcher Rolle oder Verkleidung einfach gerne zuschaut. Die Story ist voller überraschender Wendungen, alles was wir sehen, hat eine andere Auflösung als ursprünglich angenommen. Trotzdem ist die Geschichte komplett konstruiert und macht auch keinen Hehl daraus: Sie ist Popcorn-Unterhaltung ohne große Anstrengung für uns Zuschauer und Zuschauerinnen. 

Stand: 13.01.2021, 17:00