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Was ist die richtige Entscheidung?

"A Confession" - Martin Freeman als Superintendent Stephen Fulcher mit Joe Absolom als Verdächtiger Christopher Halliwell

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

Was ist die richtige Entscheidung?

Von Emily Thomey

Wir treffen jeden Tag zigtausende Entscheidungen: Noch fünf Minuten schlummern? Duschen oder nicht? Vieles ist nicht lebensentscheidend. Aber was, wenn innerhalb von Sekunden eine Entscheidung getroffen werden muss, in der es um Leben und Tod geht?

In der britischen Krimi-Serie "A Confession" geht es um so eine Entscheidung, die ein Detective treffen muss. In der Stadt Swindon im Südwesten Englands taucht eines Tages eine 22-jährige Frau nicht wieder auf. Ihre Mutter will das nicht glauben: "Sie war letzte Nacht aus - im Suju in Oldtown. Sie wird bei Freunden sein. Wir müssen alle anrufen."

Die nächsten Stunden und Tage sind wir ganz oft bei der Familie und Freunden von Sian, so heißt die Verschwundene: Wir bangen mit ihnen, sehen Mutter, Bruder und Freund, wie sie eine Pressekonferenz mitmachen müssen und sich untereinander mal anschreien, mal versuchen die Hoffnung nicht aufzugeben.

Aus der Besetzung ist Martin Freeman der bekannteste aus Fargo, Sherlock oder Bilbo aus "Der Hobbit". In "A Confession" spielt er den leitenden Detective Fulcher, der im Laufe der Ermittlungen jene ganz wichtige Entscheidung trifft, als es plötzlich einen Verdächtigen gibt: "Wir könnten ihn sofort verhaften und Beweise sichern. Aus dem Wagen, an der Kleidung, in der Wohnung. Aber ich sagte von Beginn an, dass wir immer von der Annahme ausgehen sollten, dass dies eine Entführung ist, und dass Sian noch lebt irgendwo. Deshalb lassen wir ihn weitermachen. Wir folgen ihm und hoffen, dass er uns zu ihr führt. Wir sind ihre einzige Chance." Das ist aber nicht die einzige folgenschwere Entscheidung, die Detective Fulcher auf der Suche nach Sian treffen muss.

Es gibt so unfassbar viele Krimiserien und gerade die Briten sind berühmt dafür, ähnlich wie die Skandinavier, besonders spannend und effektvoll erzählen zu können. Das schafft "A Confession" schon mal - aber dann, gelingt es der Serie aus dem Fall keine klassische Heldengeschichte zu machen oder sich an gruseligen Details voyeuristisch zu bedienen. Stattdessen nimmt die Serie uns mit zum Opfer und deren Familie. Das ist berührend, top gespielt und sehr gut gemacht. Wer die ganze Spannung mitnehmen möchte, sollte nicht zu viel über "A Confession" lesen - die Geschichte beruht auf einem wahren Fall, der noch gar nicht so alt ist und über den wir natürlich nachlesen können.

Stand: 07.02.2020, 06:00