Live hören
Jetzt läuft: Doin' Time von Lana Del Rey

Doku-Serie "Death Land": Wie komme ich dem Tod ganz nahe?

Screenshot von "Death Land", Serie vom Guardian

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

Doku-Serie "Death Land": Wie komme ich dem Tod ganz nahe?

Von Emily Thomey

Sich mit dem Tod auseinander zu setzen, machen die wenigsten. Ist auch wenig Ansprechendes daran: Wer will schon sterben und was bringt es, sich damit auseinander zu setzen, wenn es eh noch ewig dauert. Es gibt allerdings auch Menschen, für die ist der Tod die größte Angst im Leben. Sie laufen die Straße entlang und haben Angst von einem Schild erschlagen zu werden oder überfahren zu werden. Fast schon manisch können sie an nichts anderes denken. So ungefähr geht es der Reporterin Leah Green von dem britischen Medienhaus Guardian. Um sich ihrer Angst zu stellen, hat sie eine Reportage-Serie gestartet.

In der ersten Folge trifft Leah Green Menschen, die nicht sterben wollen. Es gibt in Las Vegas eine Messe, das RAAD Festival, an dem sich ein Wochenende lang all die Menschen treffen, die sich fest vorgenommen haben nicht zu sterben. So absurd das klingt, für James Strole, einem der Gründer der Messe, ist das sogar eine moralische Pflicht: "Es ist tatsächlich eine moralische Frage. Ich glaube, wer den Tod unterstützt, ihn für richtig hält, handelt unmoralisch. Wir müssen etwas gegen das Leid zu Altern tun. Ich glaube, es ist das moralisch Richtige, das zu ändern."

Auf der Messe kann man dann allen möglichen Therapien ausprobieren und Produkte kaufen, die vermeintlich gegen den Tod und das Altern helfen. Darunter Klangtherapien, Medikamente, Essensempfehlungen oder auch die Methode sich Einfrieren lassen, um zu hoffen, dass spätere Generationen schon weiter sind in der Frage des ewigen Lebens.

Bis dahin ist ewiges Leben noch Stoff für Science Fiction Filme. Leah Green trifft für ihre Serie "Death Land" auch Menschen, die sterben müssen. Beispielsweise Melissa, die gerade 39 Jahre alt ist und todkrank auf der Palliativstation eines Krankenhauses in Los Angeles liegt. Melissa hat drei Kinder und will nicht aufgeben, zu kämpfen.

Begleitet wird sie von der Palliativmedizinerin Sunita Puri, die jeden Tag mit Menschen und ihren Angehörigen darüber sprechen muss, was es heißt, wenn gegen eine tödliche Krankheit wie Krebs nichts mehr getan werden kann. Viele von uns müssen dieses Gespräch gar nicht führen oder maximal ein, zwei Mal in ihrem Leben. Und das reicht ja auch völlig.

Für Dr. Sunita Puri ist der Tod essentiell für ein sinnvolles Leben, sagt sie: "Ich bin dankbar dafür, dass ich nicht immer hier sein werde. Es zwingt mich dazu, sinnvoll mit der Zeit umzugehen, die ich habe." Schon mit diesen zwei Folgen hat die Reporterin Leah Green bewiesen, dass sie dem schweren und angsteinflößendem Tod einfühlsam und gut vermittelnd ins Auge blicken kann. Wir können gespannt sein auf weitere Folgen von der Doku-Serie "Death Land", die einen zum Lachen, Weinen und Nachdenken bringt.

Stand: 22.11.2019, 18:13