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"Killing Eve" - Zeit Abschied zu nehmen

Stand: 25.03.2022, 11:25 Uhr

Killing Eve wurde preisgekrönt und von der Kritik für den Stil, die außergewöhnlichen Charaktere und Morde gefeiert. Schafft die Serie ein angemessenes Finale?

Von Emily Thomey

Das ist ein trauriger Moment für Serienfans: Das Serienende. Abschied nehmen von geliebten Charakteren. Und es ist vermutlich mit das schwersten für Serienmachende. Wenn die Geschichte läuft, das Ensemble eingespielt ist, die Rollen gut verteilt, was ist ein gutes Ende? Die Hitserie Game Of Thrones hat es niemandem Recht machen können. Jetzt startet die letzte Staffel der Erfolgsserie Killing Eve.

Zur Erinnerung: Die Serienkillerin Villanelle und die Ermittlerin Eve Polastri haben sich in den letzten drei Staffeln obsessiv gejagt, versucht sich gegenseitig umzubringen und ihre Obsession füreinander gestanden. Eve hat auch versucht, ihren Job als Ermittlerin aufzugeben, stattdessen in einem koreanischen Restaurant zu arbeiten. Villanelle hat keine Lust mehr auf ihren Job als Auftragskillerin, will sich ändern und versucht es mit Gott. Zumindest versucht sie sich und allen anderen das einzureden. Eve glaubt ihr nicht, kann aber selbst auch nicht behaupten, von ihrer Obsession Abstand genommen zu haben.

Wieder mehr inhaltliche Tiefe?

Das Verhältnis der beiden hat sich über die Zeit leicht verschoben - in den ersten zwei Staffeln hatte man noch richtig Angst um Eve. Es sind durchaus wichtige Charaktere erstochen und anderweitig ermordet worden - die Chance, dass die Serie so endet, war also greifbar nah. Es sind aber peu à peu neue Mitspielerinnen dazu gekommen und die sogenannten Zwölf, The Twelve, die eigentlichen Auftraggeber von Villanelle, sind immer noch unentdeckt. Um die Jagd nach den Zwölf wird es in der vierten Staffel gehen, so zumindest lassen die ersten beiden Folgen, die ich jetzt schon sehen konnte, vermuten.

Killing Eve zeichnet die vielen originell gezeichneten Charaktere aus - allen voran das schöne Biest Villanelle, deren Kleiderschrank man klauen möchte, die androgyne Eve mit ihrer Punkattitüde allen Chefs gegenüber und die vor allem zu Beginn besonders ausgefallenen Tötungsmethoden von Villanelle. Auch der makaber-ironische Humor ist unverwechselbar, wenn beispielsweise über ein Folteropfer gesprochen wird und die Erinnerung an Fadenkäse aufkommt. Unpassend in jeder normalen Krimiserie - hier sitzen solche Pointen. Es bleibt abzuwarten, ob die vierte Staffel wieder zu der inhaltlichen Tiefe findet, die die ersten beiden Staffeln hatten und die in der dritten Staffel ein bisschen gefehlt hat. Die ersten beiden Folgen der vierten Staffel, die im Vorfeld zu sehen waren, haben für ein Urteil noch zu wenig gezeigt. Killing Eve startet mit der vierten Staffel ab dem 28. März bei Amazon Prime im Starzplay Kanal. Mehr Seriengespräche findet ihr den COSMO Serienpodcast Glotz und Gloria in jedem Podcatcher eurer Wahl.