Live hören
Jetzt läuft: Revenge von Thulane Da Producer

"Fast Talk" - Doku über den Weltrekord im Schnellsprechen

Screenshot "Fast Talk": Der Protagonist Steve Woodmore in einem TV-Studio

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

"Fast Talk" - Doku über den Weltrekord im Schnellsprechen

Von Emily Thomey

Es gibt wirklich die verrücktesten Weltrekorde. Und ich meine jetzt nicht die olympischen Rekorde im Sprinten oder Hochsprung. Die sind zwar nicht weniger beeindruckend, aber lange nicht so absurd wie einige der Spitzenleistungen, die im Guinness Buch der Rekorde stehen: Da findest du beispielsweise den schnellsten Hund auf dem Skateboard, die meisten Menschen, die sich je öffentlich geküsst haben oder das lauteste Publikum in einem Sportstadion. Es gibt auch Rekorde, die wieder aus dem Buch verschwunden sind. So wie der Rekord im Schnellsprechen.

Wer das war und wie der Rekord wieder gestrichen wurde, erzählt jetzt die Doku "Fast Talk". Lange Zeit hat den Rekord im Schnellsprechen der US-Amerikaner John Moschitto gehalten. 586 Wörter pro Minute schafft er. Man versteht kaum noch was, weil es ungefähr viermal so schnell ist, wie unser normales Sprechtempo.

Berühmt geworden ist John mit einer Werbung eines Versandunternehmens. Letztlich hat der britische Verkäufer Steve Woodmore diese Werbung gesehen und sich daraufhin selbst für den Rekord beworben. Steve hat mit seinen Arbeitskollegen einfach ausprobiert, wie schnell er sprechen kann und festgestellt, dass er mehr als 600 Worte pro Minute schafft.

Damit das Ganze auch richtig offiziell und vergleichbar ist, musste er nach New York fliegen und dort bei einem öffentlichen TV-Wettbewerb mitmachen. Auch da versteht man nicht so wahnsinnig viel, obwohl auch die klare Aussprache bewertet wird. Steve war dann tatsächlich besser als John Moschitto - und das, obwohl Steve in einer viel schwierigeren Ausgangssituation war: Er war überhaupt nicht Medienerfahren wie John, musste direkt von seinem langen Flug ins Fernsehstudio, konnte sich nicht einmal umziehen und war total übermüdet. Trotzdem hat er den Wettbewerb letztlich gewonnen.

Der Rekord ist aber nicht mehr im Guinness Buch zu finden. Sein Gegner John Moschitto hat ziemlich gutes Geld damit verdient, der schnellst sprechende Mensch der Welt zu sein und war offenbar dann sauer, hat sich wochenlang beschwert und behauptet, Steve hätte geschummelt. Daraufhin sollte es dann noch eine Runde geben, in der Steve Shakespeare hätte sprechen sollen.

Aber Steve hat abgelehnt, ihm ist es nicht so wichtig, Ruhm und Ehre zu haben. Wichtiger ist ihm, dass er weiß, dass er viel schneller sprechen kann und das auch bewiesen hat. Die Doku "Fast Talk" ist interessant, gerade weil sie zeigt, wie unwichtig es sein kann, öffentliche Anerkennung zu bekommen. Mal abgesehen davon, wie krass schnell diese Menschen sprechen können.

Stand: 08.07.2020, 06:00