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Start der Mafia-Serie Godfather of Harlem

"Bumby" Johnson (Forest Whitaker) und Malcolm X (Nigél Thatch) treffen sich mit dem italienischen Mobster Vincent "the Chin" Gigante (Vincent D'Onofrio)

Flimmern - Sehenswertes aus Netz und TV

Start der Mafia-Serie Godfather of Harlem

Von Emily Thomey

Narcos, Breaking Bad, Fargo, Die Sopranos - die Liste der Mafia-Serien ist endlos und es sind richtig große Geschichten darunter. Jetzt erscheint eine neue Serie.

Wieder spielt sie in den USA, genauer in New York City, wo schon der legendäre Pate von Francis Ford Coppola spielte. Die neue Serie handelt allerdings vom Godfather of Harlem, dem Paten von Harlem und der ist Schwarz. Das ist eine seltene und wichtige Neuerung, denn die Film- und Serienwelt ist leider immer noch wenig divers.

Die Serie Godfather of Harlem erzählt die Geschichte von Bumpy Johnson, dem schwarzen Mafiaboss, den es wirklich gegeben hat und der nach zehn Jahren Gefängnis in den 60er Jahren nach Harlem zurückkehrt. In Harlem war er mal der Boss. Aber nach seiner Rückkehr haben die Italiener die Macht übernommen. Mit Drohungen und Gewalt muss er sein ursprüngliches Hoheitsgebiet von den anderen Mafiagangs zurückerobern und das ist auch die Grundgeschichte der Serie: Der Kampf zwischen den schwarzen und den italienischen Mafiagangs.

Vielschichtige Darstellung eines Gangsterbosses

Die Serie hat sehr berühmte Vorgänger wie den viel beachteten Film American Gangster mit Russel Crowe und Denzel Washington in den Hauptrollen. In der Besetzung kommt die Serie an diese Kaliber heran: Forest Whitaker spielt Bumby Johnson und hat schon in 'Der letzte König' von Schottland für seine Darstellung von Idi Amin, dem brutalsten Diktator Afrikas, den Oscar gewonnen.

In Godfather of Harlem zeigt Bumby Johnson auch noch eine ganz sanfte Seite - beispielsweise seiner Frau gegenüber. Sie zwingt ihn dazu, über seine Erlebnisse im Gefängnis zu reden und wenn er seiner drogensüchtigen Tochter versucht zu helfen, rollen ihm auch Tränen über die Wangen. Auch sonst wird Bumby Johnson oft als liebevoller Familienvater inszeniert, der sich auch um seine Community kümmert. Gerade die schwarze Community hat in Harlem sehr gelitten - unter Heroin und natürlich auch unter Rassismus. Dieser Fokus auf die schwarze Community ist im Mafia-Genre außergewöhnlich.

Aufzeigen realer Probleme der damaligen Zeit

Bumby Johnson funktioniert ähnlich wie Walter White, Tony Soprano und wie die Drogenbosse alle heißen: Als brutaler Machtmensch, der natürlich über Leichen geht, skrupellos, kaltblütig und zur Not auch vor dem Café, in dem seine Frau und seine Tochter gerade Eis essen.

Aber anders als Breaking Bad versucht Godfather of Harlem die realen Probleme der Zeit aufzugreifen. Interessant ist wie Bumby Johnson mit Malcom X kooperiert und damit das Christentum und der Islam auftauchen. Natürlich ist die Serie keine Dokumentation, vieles ist inszeniert und dramaturgisch zugespitzt, aber das macht die Godfather of Harlem zu einer unterhaltsamen Zeitreise für alle, die auf Mafiageschichten stehen.

Stand: 15.11.2019, 06:00