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Mitfiebern in der Kiesgrube: Vom Kinderspiel zum Überlebenskampf

Fauve, Videostill aus dem Trailer. ein Junge mit nacktem Oberkörper blickt traurig nach unten.

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Mitfiebern in der Kiesgrube: Vom Kinderspiel zum Überlebenskampf

Von Christian Werthschulte

Im Oscar-nominierten Kurzfilm "Fauve" wird aus einem Kinderspiel ein Überlebenskampf.

"Fauve", gedreht vom franko-kanadischen Regisseur Jeremy Comte, handelt von zwei Jungen, die zusammen auf einem alten Schrottplatz spielen. Die beiden wollen sich ausstechen: Wer kann höher klettern? Wer kann sich besser beherrschen? Wer kann den anderen besser reinlegen - zum Beispiel, indem er so tut, als hätte er sich verletzt? Die beiden nehmen ihr Spiel ernst und lassen sich immer neue Tricks einfallen. Andererseits sind sie total unbedarft – was könnte schief gehen?

Auf der Hälfte der sechzehn Minuten stoßen sie auf eine Kiesgrube, dort laufen sie vor einem LKW davon, und geraten dabei in tiefen Schlamm. Einer der beiden bleibt dort stecken - der andere hält es aber für ein Spiel. Regisseur Jeremy Comte verzichtet dabei auf Effekte und zeigt die beiden Jungs in einer riesigen grauen Kiesgrube, in der nur der Klang der Umgebung und ihre immer verzweifelter klingenden Stimmen widerhallen. Wird es ihnen gelingen sich zu befreien? Wir spoilern nichts.

"Fauve" ist für einen Oscar als bester Kurzfilm nominiert und hat bereits über 65 Preise auf unterschiedlichen Filmfestivals gewonnen. Das liegt vor allem den beiden Hauptdarstellern, die Regisseur Jeremy Comte auf dem Land gecastet hat, wo der Film auch spielt – Stadtkinder waren ihm zu sauber. Sie geben "Fauve" eine besondere Emotionalität, gerade weil nie klar ist, ob sie gerade schauspielern oder einfach nur zwei Jungs aus Québec sind, die man zufällig vor eine Kamera gestellt hat. 

Stand: 06.02.2019, 09:30