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Eine Webreportage zeigt, wie es ist, kleinwüchsig zu sein

The Guardian: "We're still treated as less than human"

Eine Webreportage zeigt, wie es ist, kleinwüchsig zu sein

Von Emily Thomey

Frauen, die kleiner als 1,50 Meter sind, gelten bei uns als kleinwüchsig, Männer schon ab unter 1,65 Meter. In Deutschland leben 100.000 Kleinwüchsige. Und nicht nur hier, sondern auch in den USA werden immer noch diskriminiert. Guardian Reporterin Cara Reedy ist kleinwüchsig und spricht in den USA mit Menschen ihrer Community darüber, wie es ist, so klein zu sein.

Weder Cara noch die vielen anderen Kleinwüchsigen, die sie trifft, können unbehelligt unterwegs sein: Sie werden immer und überall angestarrt, manchmal beschimpft und fast täglich auf ihre Größe angesprochen.

Rebecca Cohley, eine frühere Mitarbeiterin von Barack Obama,  hatte sogar mit Menschenrechtsaktivisten zu tun, die sich diskriminierend verhalten haben: "Er fand es so inspirierend, dass Präsident Obama einen gehandikapten Menschen einstellt wie sie. Es wäre ein großes Beispiel für Wohltätigkeit. Ich dachte nur, wir müssen weitermachen, sonst passiert hier gleich etwas. Und das will ich nicht." Wer nicht selbst erlebt hat, was für Mist sich Kleinwüchsige den ganzen Tag anhören müssen, wird es nicht glauben.

Um den Hintergrund dieser Diskriminierung zu verstehen, blickt die Reportage in die Geschichte: Vor allem im 18. und 19. Jahrhundert wurden Kleinwüchsige als Ausstellungsstücke genutzt und verkauft. Man sah sie im Zirkus oder in Freilichtmuseen wie Freizeitparks. Dieses Image, dass Kleinwüchsige seltsam oder bizarr seien ist immer noch stark verbreitet.

Deshalb hat die Stand-Up-Comedian Selena Luna Alltagsgeschichten in ihrem Programm, um gegen Klischees anzugehen: "Ich versuche deutlich zu machen, dass wir ganz normale Erfahrungen haben, wie jeder andere auch. Ich rede über meine Ehe. Ich bin mit einem normalgroßen Mann verheiratet und Menschen sind schockiert, dass ich nicht mit dem Keebler Elf verheiratet bin." Der Keebler Elf ist ein zwergengroßes Maskottchen einer amerikanischen Keksmarke. Selena verbindet in ihren Shows also bissigen Humor mit Aufklärung.

Wie bei jeder marginalisierten, diskriminierten Gruppe verschreiben die einen ihr Leben der Antidiskriminierung, während andere kein Problem damit hanem, ihre Körper zu zeigen. Cara Reedy trifft in der Reportage auch eine Truppe von kleinwüchsigen Wrestlern, die ihren Job lieben, auch wenn sie vom Publikum immer wieder als niedlich angesehen werden.

Die Webreportage ist keine Generalanklage, sondern informativ und zeigt auch Diskussionen innerhalb der Community.

Stand: 25.10.2019, 11:42