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Webserie "Helena. Die künstliche Intelligenz" - wie klug ist KI?

Helena Künstliche Intelligenz

Webserie "Helena. Die künstliche Intelligenz" - wie klug ist KI?

Von Emily Thomey

Wenn wir von künstlicher Intelligenz sprechen, dann bekommen die meisten Menschen Angst. Angst, ihren Job an einen Roboter zu verlieren. Angst, dass Roboter wie im Science Fiction Film die Macht übernehmen und uns womöglich auch noch schaden könnten.

Die neue Webserie "Helena. Die Künstliche Intelligenz" beschäftigt sich mit dem Stand der Dinge der KI-Forschung heute und versucht Antworten zu finden auf Fragen wie: Kann KI Gefühle empfinden? Kann eine KI moralische Entscheidungen treffen? Und was hat KI mit Waffen zu tun?

Helena ist eine fiktive Figur, die ganz kurz am Anfang jeder Folge der Webserie auftaucht. Sie ist ein Hologramm mit Wikipedia-Wissen, erfunden von einem einsamen Hacker - aber viel interessanter sind die vielen Interviews und Reportagen, die den Hauptteil der Serie ausmachen. Da hören wir beispielsweise die Robo-Psychologin Martina Mara: "Künstliche Intelligenz ist sehr, sehr weit entfernt von irgendeinem Science-Fiction-Bild eines menschengleichen Roboters, der durch die Welt geht und scheinbar magisch aus der Luft alles mögliche lernt."

Stattdessen sehen wir in einem italienischen Forschungszentrum Roboter, an denen schon 15 Jahre gearbeitet wird und die zwar in der Lage sind zu laufen und Türen zu öffnen, aber noch weit davon entfernt sind, all das zu können, was ein 15 Jahre alter Mensch in seinem Leben bereits gelernt hat.

Trotzdem können KI-Roboter oder Algorithmen schon viel und es stellt sich immer häufiger die Frage, welche Entscheidungen in Zukunft maschinell getroffen werden und welche weiterhin vom Menschen. In einer Folge der Serie werden sämtliche Waffen mit künstlicher Intelligenz vorgestellt. Einerseits ist es schon gruselig zu sehen, mit welcher Präzision die Waffen arbeiten.

Maschine gegen Maschine - Krieg der Zukunft?

Andererseits könnte der Krieg der Zukunft vielleicht nur noch zwischen Maschinen stattfinden und Menschen gar nicht mehr an der Front kämpfen. Bis dahin ist die größte Herausforderung im Krieg mit KI-Systemen, dass Zivilisten nicht getroffen werden, so der Psychologe Bertolt Meyer: "Zur Zeit gibt es - also nach dem jetzigen Stand der Technik - keine Möglichkeit, die Unterscheidung zwischen Zivilist und Kombatant in irgendeiner Form verlässlich in eine Maschine so zu überführen, dass es tatsächlich funktioniert und nicht sehr leicht auszutricksen ist."

Das heißt: Es werden zwar schon intelligente Systeme im Krieg eingesetzt, aber es sind immer noch Menschen, die die Entscheidung treffen, wann abgedrückt wird und auf wen geschossen wird. In unserem Alltag spielen ja vor allem Algorithmen eine Rolle - beispielsweise in den Newsfeeds der Social-Media-Plattformen. Die Webserie befasst sich im Bezug auf unsere Daten vor allem mit den Machtverhältnissen.

Wenige Unternehmen entscheiden über Standards

Letztlich sind es nur neun Unternehmen weltweit, die über die Zukunft von künstlicher Intelligenz bestimmen, sagt die Futuristin Amy Webb. Drei sitzen in China, die anderen sechs in den USA: "Das sind Google, Microsoft, Apple, Amazon, IBM und Facebook. Diese sogenannte G-Mafia arbeitet wie ein Supernetzwerk, in dem eine enorme Macht konzentriert wird. Diese wenigen Akteure entscheiden über die Normen und Standards, wie Daten genutzt werden und wie schnell sich die Industrie entwickelt." Nach Meinung von Amy Webb werden viele falsche Entscheidungen von den Tech-Giganten getroffen.

Das ist beängstigend und betrifft unser Leben jetzt schon viel mehr als die vielen anderen Beispiele von künstlicher Intelligenz, mit der sich die Serie auseinandersetzt. Wir lernen in der Serie also auch von den Zusammenhängen im KI-Universum.

Stand: 23.10.2019, 09:00